Ein Dreigroschenprogramm

Die sterblichen Menschen lässt du zu Stau…
Und sprichst: Kehrt zum Staub zurück, ihr Menschenkin…

Ein Programmvorschlag für einen freien halben Tag zwischen den für die nahe Zukunft geplanten grandiosen Mittel- und Osteuropäischen Reisen. Oder auch nur für drei freien Stunden. (Eine Synopsis)

Zur Szene der nächsten Reise fahren wir aus dem Herzen von Budapest, dem Blaha Lujza Platz ab. Nach etwa fünf Straßenbahnhaltestellen erreichen wir den Zielort. Sobald wir aussteigen, können wir zwischen drei Richtungen wählen.

Die gepflasterte Straße nach rechts führt zu den Plattformen des inzwischen aufgelösten Józsefvároser Bahnhofs.

Geradeaus ist die Straße in der nichts verloren. Dies ist das Ende unserer bekannten Welt.

Nach links, eine noch weniger bekannte Welt hinter dem vom größten Meister des ungarischen Jugendstils, Béla Lajta errichteten Tor. Kein Eingang, kein Ausgang.


Im fast leblosen Vordergrund, plötzlich erscheint ein intensiv lauschender Hund.


Wenn einer der Steintafeln mit einem lauten Krach zu Boden fällt, der Hund schritt vor, aber immer lauscht er intensiv. Jetzt auf uns.

Zuerst schauen wir um in dem geschlossenen Hof vor dem Baurest, der sein Kuppel schon vor einigen Jahrzehnten verloren hat, und wurde einst für rituellen Beerdigungszeremonien verwendet.

Wenn der Portier den Hund anliegt, und schiebt die Planke an der Ecke des Gebäudes, ähnlich dem Eingang eines Hühnerhof, ab, können wir in den Friedhof ein(aus)treten.

Um uns herum, die Gräber und Mausoleen der wichtigsten Persönlichkeiten der Post-Emanzipation (1867–) Zeit, der jüdischen Prominenten, die um die Wende des Jahrhunderts starben. Nur ein paar zufällige Grabsteine, beginnend vom Eingang:

• Vilmos Vásonyi, der sein Justizministerseid zur Tora nahm;
• Manfred Weisz, Gründer des Eisenwerks von Csepel, und seine Familie;
• Die Familie Bródy, feine Literaten;
• Lipót Aschner, Gründer des renommierten Glühbirnenfabrik Tungsram;
• Der Maler Adolf Fényes;
• Der Talmudgelehrter Vilmos Bächer;
• Das Mausoleum der Hatvany-Deutsch Familie, das durch eine spezielle breite Straße von draußen angefahren werden kann;
• Der doppelte Grabstein der Zwack-Familie, Erfinder und Hersteller des Likörs Unicum (1782);
• Die Buday Goldberger Familie, Textilindustriellen von Óbuda;
• Mózes Bloch, erster Direktor der rabbinischen Theologie;
• Stadtpolitiker Mór Wahrmann;
• Rabbi Samuel Lőw Brill;
• Bernát Friedmann, Verteidiger im Ritualmordprozeß von Tiszaeszlár;
• József Kiss, Dichter, Autor, religiöse Songschreiber, Publizist;
Dávid Kaufmann, Hebräischer Gelehrter, Religionsphilosoph;

Von hier folgt man den kaum sichtbaren Pfad vor den Grabsteine und Mausoleen entlang der Wand, oder die beiden wichtigsten Straßen des Friehofs, die ein Kreuz zwischen den mit einem undurchdringlichen Busch bewachsten Grabzeilen.

Ausweichend, hoppelnd, springend auf den wackelnden Steine, versuchen wir, zum Eingang entlang den bröckelnden und geplünderten Gräber zurückzugehen.

Wir kommen am Ende unserer Reise. Sobald wir durch das Tor durchkommen, und unsere Gemütsstärke aufrichten, wir biegen nach rects ab. Bald kommen wir wieder zur um das Leben riechenden Realität des Telekiplatzes und Lujza und Dobozi Straßen der Józsefváros zurück.

Unsere Reise ist zu Ende, wir wünschen Ihnen viel weiteren Spaß.

(Teilnahmegebühr: 2 Fahrkarten; über 65 Jahre, gratis)

Hände


Familienalbum:
Alba, 1867
Hong Kong, 1897
Marseille, 1900
Valenciennes, 1918
Buenos Aires, 1930
—   Bist du das, auf diesem Foto?
—   Hm, ich weiß nicht. Ich bin nicht sicher. Wo hast du es gefunden?
—   In der großen Schachtel, zusammen mit den anderen.
—   Ich kann es sein… oder vielleicht seine Schwester…
—   Die Schwester von Georges?
—   Ich bin nicht sicher, vielleicht bin es ich. Das Foto ist unscharf, sowieso.
—   Wenn es bist du, du hast dich bewegt. Ich mag das weiße Bettuch und die Bretterwand. Ich stelle mich vor, als deine Eltern in dieser Messe im Norden, in Valenciennes herumlaufen. Sie gehen zufällig der Bude des Fotografs vorbei, du hast gerade erst begonnen zu laufen, und sie, stolz auf dich, möchten ein Foto machen lassen.
—   Meinst du?
—   Allerdings wissen sie nicht, wie es zu tun. Die Erwachsene sitzen auf dem Stuhl vor dem Bettuch, der Fotograf sagt ihnen nicht zu bewegen, und er fixiert ihr Porträt auf einem weißen Hintergrund.
—   Mit den Falten des Bettuchs… wirklich das Foto des armen Mannes!
—   Ja, natürlich. Dein Vater ist in der Nähe des Fotografs, wir sehen ihn nicht, sie diskutieren, die Männer, unter sich – oh, wie sollen wir es tun… das Kind sollte nicht anfangen, zu weinen… sie sollte sich nicht bewegen… Es ist deine Mutter, die das Foto wollte, denke ich, und jetzt hat sie Angst, das du abfallen würdest, so hält sie dich fest.
—   Ich habe gerade angefangen zu laufen, sagtest du.
—   Wahrscheinlich wollte sie im Moment der Aufnahme deine Hand lassen und zurücktreten, aber du standest noch nicht sicher auf den Füßen. So konnte sie es wahrscheinlich nicht besser machen… Vielleicht gab es auch eine zweite Aufnahme, eine schärfere, die der Fotograf schnitt um, und die jetzt verloren ist. Siehst du, auf diese könnte man die Hand, die dich hält, deutlich sehen:


—   Hm, nicht wirklich. Ich erinnere mich nicht. Und überhaupt, vielleicht bin ich nicht dies. Wenn ich dies bin, denn frage ich mich, warum meine Mutter nicht auf dem Bild ist, Seite an Seite mit mir. Ein Foto, wo ich auf dem Schoß meiner Mutter sitzen würde, weißt du? Zwar gibt es ein Foto aus der Gefangenschaft…
—   Sie wollten wahrscheinlich ein Porträt von dir, nur dir.
—   Nur mir. Falls sie mich verlieren.
—   Sie hatten ein anderes Kind verloren, nicht wahr?
—   Hm, hm. Oder vielleicht ist es nicht meine Mutter… aber wer? Ein Nachbar? Die Amme? Schau mal: die Amme nahm mich mit zu der Messe, sie hat mich einen kleinen Eimer gekauft, wir kommen zur Bude des Fotografs an und… Gibt es irgendein Bild von mir mit meiner Mutter irgendwo?
—   Ja und neint. Erinnerst du dich an dieses Dokument?


—   Ah, der Ausweis — ja, natürlich. Wir gingen, meine Mutter und ich, auf die Kommandatur, um es ausfertigen zu lassen, einen Tag nach meiner zwölften Geburtstag, im August 1918. Mein Geburtstagsausweis…


—   Und das, das ist kein Passfoto.
—   Nun, es war Krieg! Zunächst wurde die Stadt besetzt. Dann, ab Mai 1918, wurde Valenciennes bombardiert: ich habe die Gymnasiumaufnahmeprüfung in einem Keller übergeben, die Flugzeuge flogen über der Stadt Tag und Nacht, und Bomben fallen überall. Dann, in September sahen wir die Ankunft der Flüchtlingen aus Douai und Cambrai. Und als die Deutschen uns in Oktober evakuierten, mussten wir diese Karte immer mit uns tragen.
—   Evakuierten?
—   Die Front näherte, wir waren auf dem Weg geworfen, meine Mutter und ich. Wir gangen nach Mons, Liège. In der Tat, kümmerte sich niemand in dieser Zeit, um sich fotografieren zu lassen.
—   Und doch brauchte man ein Foto für die Karte.
—   Wir bastelten ein, denke ich.
—   Sieh sorgfältig: versteckt unter dem Stempel, dein linker Arm erstreckt sich aus dem Bild.


—   Nun, ja?
—   In der Schachtel gab es auch dieses Bild deiner Mutter.
—   Bilder meiner Mutter in dieser Schachtel? Zusammen mit meinen Fotos?
—   Ja, ein oder zwei. Dieses, in einem Paket von blauen Papier – deine sind in einem weißen Paket eines Studios aus Boulevard Montparnasse. Schau mal.


—   Ich sehe. Eine Hand auf ihren Schulter.
—   Deine Hand auf ihre Schulter. Und derselbe blaue Stempel der Kommandatur. Wurden ihre Papiere vielleicht am selben Tag gemacht?
—   Oh nein, sie hatte seit langem seinen Ausweis. Sie musste das Foto schon lange vorher geschnitten. So meine Mutter ging in Valenciennes mit meiner Hand in ihren Ausweis herum… Stell dir vor, dass ich in jenem Moment sterbe… unter den Bomben, die auf die Stadt fielen. Meine Mutter hätte mit einer kleinen schwarzen Kralle auf der Schulter geblieben. Ich hätte für die Ewigkeit ihr Gefangener geblieben.
—  Sie hätte für die Ewigkeit dein Gefangener geblieben. Bist du noch immer wütend auf sie? Nach einer so langen Zeit, jetzt, als ihr beide tot seid? Schau mal, wir können das Bild problemlos rekonstruieren:


—   Ja, ich sehe, ein Studiofoto. Wir beide posierten vor einen bemalten Leinwand, ich lag meine Hand auf ihrer Schulter, als der Fotograf sag mir, wir sahen ins Objektiv, keiner von uns lächelte – es war Krieg –, und dann, dann schnitt sie unser Foto in zwei, für die verdammte Papiere. Nur stell dich vor, wir posierten für meinen Vater, um ein Foto zu meinen Vater zu schicken.
—   Dein Vater?
—   Mein Vater war Gefangener irgendwo im Osten. Und sie schnitt das Foto in zwei, anstatt es zu schicken.
—   Vielleicht ist es eine andere Kopie? Vielleicht gab es ein erstes Foto, das zu deinem Vater geschickt wurde, und ein anderes, das sie für die Deutscher in zwei geschnitten hat?
—   Hm, wirklich, ich erinnere mich an nichts. Ich bin so weit weg.

Dunkelheit


Ich sitze in einem kleinen Zimmer, der Abend sinkt langsam in einer meiner Lieblingsstädte, wo heute nur noch eine Handvoll Menschen feiern unser Ostern. Aber selbst wenn sie es feierten, könnte ich nicht mehr die Liturgie des Mittwochabends der Heiligen Woche hören, die Tenebrae, die seit dm Vatikanischen Konzil aus der Tradition verschwunden ist, so sehr, dass sogar die Mehrheit der Katholiken haben noch nie davon gehört.

Ich bin wie besessen auf der Suche nach den Städten, deren Bevölkerung ersetzt wurde, und deren mehrere Jahrhunderte von Geschichte werden nur von einer zerstörten Synagoge, einer Siebenbürgersächsischen Wehrkirche, einer leeren polnischen Kathedrale erinnert. Die Erinnerung an die Tenebrae ist die am Mittwochabend lautlos sinkende Dunkelheit. Seit den Gregorianischen Zeiten in diesem Zeitpunkt zündeten sie die fünfzehn Kerzen des dreieckigen Leuchters in der dunklen Kirche, in diesem Zeitpunkt sangen die sorgfältig ausgewählten fünfzehn Verse aus den Psalmen und Evangelien, die mit aufeinanderfolgenden, jedem von seinem eigenen Leben wohl bekannten Plagen die Dunkelheit der menschlichen Seele darstellten, und kündigten die von der Liturgie der folgenden drei Tage entfaltete Dunkelheit an. Nach jedem Vers bliesen sie eine Kerze aus, und nach der fünfzehnten die ganze Kirche fiel in der Dunkelheit.

• Dunkelheit brach ein, als ich gekreuzigt wurde
• die Zeichen, mit der mein Freund mich betrug, war ein Kuss
• ihr sagtet, das ihr bereit seid, für mich zu sterben, und konntet nicht eine Stunde mit mir wachen
• einer meiner Jünger wird mich heute verraten, obwohl er seine Hände mit mir in die Schüssel tauchte


Es ist fünfzig Jahre seit die Tenebrae selbst erlöschte. Ich habe sie nie im Leben gehört. Sein Gedächtnis ist behalten, außer der am Mittwochabend sinkenden Dunkelheit, auch von denjenigen Renaissance-Kompositionen, unter denen die bekannteste sind die Tenebrae von Tomás Luis de Victoria, ein Zeitgenosse der Heiligen Teresa von Ávila. Aber wenn ich schon über Verborgenheit spreche, bevorzuge ich die weniger bekannte Version von Charpentier zu zeigen, die ich am meisten in der Präsentation von Gerard Lesne liebe. Da aber das CD jetzt viele Hunderte von Kilometern weg von mir ist, setze ich sie ein in der Präsentation von Le Parlement de Musique, bereits in völliger Dunkelheit, nur am Licht der Laptop-Bildschirm


Marc-Antoine Charpentier (1643-1704): Tenebrae factae sunt, von Le Parlement de Musique gesungen

Tenebrae factae sunt, dum crucifixissent
Jesum: et circa horam nonam exclamavit
Jesus voce magna:
Deus meus
ut quid
me dereliquisti
Dunkelheit brach ein, wenn sie gekreuzigten
Jesus: und um die neunte Stunde rief
Jesus mit lauter Stimme:
Mein Gott
warum
hast du mich verlassen

Zeichen

Wir haben an vielen Orten die Rolladenetikette fotografiert, die aus der Monarchie zurückblieben, und die mit den kleinen Zeichen eines einst lebhaften und umfangreichen Netzwerkes die Städte Osteuropas bestreuen. Wir haben die Produkte der Schlossereien von Prag, Wien und Budapest auch in Czernowitz, Lemberg und Żółkiew bemerkt.

Seltsamerweise war es genau in der von uns meistbesuchten Budapest, wo ich habe sie nicht wirklich gesehen. Zu diesem Tag, wenn wir vor dem Rolladen des Lumen Cafés vorspazierten, der verbindlich bis zur Augenhöhe nach unten gezogen war.

Sándor Árkai (1841-1910) muss einmal ein schwunghaftes Unternehmen haben. Seine Werkstatt herstellte die Tür- und Fenstergitter für das Segediner Rathaus, das in 1883 in Neobarockstil renoviert wurde, sowie die Metallarbeit und Möbelschlösser für den in 1900 ausgeführten St.-Stephans-Saal in der Budaer Burg.

Árkai Sándor, Budapest, Csengeri utza 42

Entwurf für einen Guß
Sándor Árkai, K.u.K. Kunstschlosser, Budapest.
In Kecskemét, 16. Juni 1897

Menschen der Wüste


Iran ist wie eine große Platte, in die aber man die Suppe nicht in die Mitte einfüllt. Die Regen fallen auf den Bergen um das iranische Plateau, so dass sie sie grün und fruchtbar machen, und eine der weltweit ältesten landwirtschaftlichen Kulturen schaffen. Drinnen aber, auf dem Plateau regnet es nie, und die großen Flüsse, die von den Bergen hinunterlaufen, nach Erreichen der Ebene bald versickern und verschwinden in der unendlichen Wüste, die die Mitte des Landes bedeckt.

Aber solange es Wasser gibt, gibt es Leben. Menschen leben immer noch am Rande der Wüste, bewässern das Land von den letzten, dünnen Streifen von Wasser, weiden Ziegen und Schafe, warten auf die die Wüste durchkreuzenden Karawanen. Fotos von Ahmad Kavousian aus 1975.


Kayhan Kalhor (Kamantsche): شب کویر (Shab-e kavir, Nacht in der Wüste, 6:15). Aus dem CD شب، سکوت و کویر (Shab, sokut ve kavir, Nacht, Stille und Wüste)



Persische Briefe


„Wie kann man nur Perser sein?” fragt Montesquieu. „Wie kann man nur persisch lernen?” man fragt mich manchmal.

Das Französisch des Ostens. Für ein tausend Jahre, die Sprache der Kultur von Istanbul durch den Kaukasus bis Indien, und an vielen Orten noch ist es; ohne sie kann man nicht über einen bestimmten Punkt in diese Welt eindringen. Die Sprache der reinsten Poesie: die persische Gedichte sind so viel von der Musikalität der Sprache strukturiert, dass sie unübersetzbar sind, und jeder Versuch ist nur ein prosaischer Inhaltsauszug. Die Sprache der Musik: die zweieinhalb Jahrtausende alte persische Musik ist ebenso anspruchsvoll, leistungsstark und überzeugend wie die europäische klassische Musik. Die sprache einer einzigartigen visuellen Kultur, worüber, abgesehen von den Miniaturen, auch die iranischen Filme und Fotos Zeugnis ablegen. Eines multinationalen, multikulturellen, schönen und isolierten Landes von der Größe eines Viertels Europa, wo nur diese Sprache eröffnet Türen und Leute, aber diese wirklich tut es.


Kayhan Kalhor (kamantsche) und Erdal Erzincan (saz): Gulnîshan (7:01)
Iranisch-kurdisches Volkslied, durchgeführt vom klassischen persischen Kamantsche-spieler Kalhor und seinen häufigen Begleiter, dem türkischen Erzincan, als eine Hinweisung an die viele Kulturen des Iran. Vom Konzert in Teherans Vahdat Hall.


Geschichte
Sándor Kégl’s Persian journey
Nasreddin Shah in Hungary, 1889
Ahmad Mirza, the little prince (1909-1925)
Ahmad Mirza on the bridge of sirat
Paraphrase of the Shahnameh, 1943
Beard fashions in Iran
Elections and manifestations in Iran, 2009
It’s winter

Plätze
The chariot of time on Isfahan’s main square
Bicycles in Isfahan
Masouleh, 1975
Menschen der Wüste
The Bakhtiari village of Sar Agha Seyyed
Bakhtiari tents
Khaled Nabi’s cemetery
Gorgan: Turkoman shepherds and the village of Ziyarat
Ruinous hammam in Kerman
Cave dwellings in Kandovan
Tehran, Behesht-e Zahra cemetery
First day in the school in Mazandaran and Tehran
Tabriz, the city of treasures
Armenian monasteries in Iran
Zoroastrian towers of silence
Damghan, birthplace of the demijohn?
“Shepherd’s church” facing the Armenian cemetery of Julfa
Qajar influences in 19th-c. Tiflis

Natur
Spring poppies in the Zagros
Imperial crowns in the Zagros
Übersetzungen von Gedichten
Mehdi Akhavan Sales: Comets and nights
Sohrab Sepehri: Direction
Omar Khayyam: The eternal secret
Mehdi Akhavan Sales: It’s winter
Hafez: From the blood of my heart
Malek o-Sho'arâ Bahâr: Dawn bird
Hushang Ebtehaj: As strangers
Shahram Nazeri: Spring lily
Fereidoun Moshiri: Trust in the spring
Sohrab Sepehri: Village

Musik
The power of Persian music
Bakhtiari folk music: Cheshme-ye Kuhrang
Masoud Bakhtyari: Tey tum rah
Mahsa & Marjan Vahdat: Gol-e lâle
Mohsen Namjoo: Name
Hojjat Ashrafzadeh: Jam-e vasl
Hossein Alizadeh - Kayhan Kalhor - Mohammad Reza Shajarian - Homayoun Shajarian: Zemestân ast
Kayhan Kalhor: Night in the desert
Soheil Nafisi: Hame-ye faslân-e donyâ
Mohammad Reza Lotfi: Vatanam Iran
Sahrab Tolouie: Tango perso
Shahram Nazeri: Lâle-ye bahâr
Shajarian – Kalhor – Alizadeh: Morgh-e sahâr
Bijan Kamkar & Mastan Ensemble: Gharibâne
Soheil Nafisi: Shahâbhâ va shabhâ
Hossein Alizadeh: Horizon
Sepa va dopa. Dance from Lorestan
Asita Hamidi: Dokhtar-e Buir Ahmadi
Freidoun Poorreza – Hossein Hamidi: Naz Bedashteh
Davood Azad: Rumi + Bach
Foto
Hamid Khurshidi: Shepherds in Gorgan
Alieh Sâdatpur: Bicycles in Isfahan
Shahram Sharif: Iranian fragments
Ehsan Amini and Hamed Masoumi
Ahmad Kavousian: Masouleh 1975
Ahmad Kavousian: Menschen der Wüste
Alieh Sâdatpur: Bakhtiari tents
Hamid Khurshidi: First day in the school in Mazandaran
Ali Rafiei: First day in the school in Tehran
Mohammad Javad Martabi: The village of Ziyarat
Abotaleb Nadri: Brick-making children
Ali Majdfar and Ardeshir Soltani: Khaled Nabi’s cemetery
Mansure Motamedi: Flower-sellers in Tehran
Omid H. Hassan: Tehran in Budapest

Miniatur
Paraphrase of the Shahnameh
A cup of tea from Isfahan

Motive
Butterfly and candle
Bird
Imperial crown and tulip
Bear cub

Iranische Sprachen und Kulturen
Tatische Dörfer im Kaukasus
Sprachen des Pamirs
The market in Kabul
Poppy fields in Afghanistan

Anderes
A train to Persia
Happy new year, Persia
Persian cuisine
Iran’s secret language, the Russian
The “five stones” game in Persia
Sufi
The origin of sin
Müteferrika in Iran


Gedächtnis

Die Nachrichtenportale in den letzten Tagen gedachten in gebührendem Umfang der 60. Jahrestag von Stalins Tod, die internationalen Reaktionen, die Funeralien und die Gedenkfeiern im Ausland, so das es gibt nichts, was wir hinfügen könnten, neben dem, was wir bereits geschrieben haben. Aber um Stalin starben auch andere, dessen Tod und Begräbnis wurde viel weniger bekannt. Wir erinnern sie am Jahrestag.

Niemand weiß genau, wie viele Menschen wurde während Stalins Großen Säuerung ermordet, aber Schätzungen gehen von mehr als 1 Million. Während der Hochphase von 1937-38 hat die Geheimpolizei mehr als 1.000 Menschen pro Tag hingerichtet, die meisten mit einem Schuss in den Hinterkopf. Diese Fotos zeigen acht Opfer in den letzten Wochen oder Tagen ihrer Leben. Die Originalfotos wurden in FSB (Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation) und GARK (Das Staatsarchiv der Autonomen Republik Krim) gespeichert. Kopien wurden von der internationalen Vereinigung Gedächtnis in Moskau vorgesehen. Neun hundert von ihnen wurden am Jahrestag veröffentlicht, nach der Feststellung der Identität jeder Person, im Album La Grande terreur en URSS 1937-1938 von Tomasz Kizny und Dominique Roynette, Lausanne, Éditions Noir sur Blanc, 2013.

Nikolai Wassiljewitsch Abramov: russisch; geboren 1890 im Dorf Lukerino, Oblast Moskau; Grundschule; keine Parteizugehörigkeit; Kolchos-Brigadeführer; Residenz: Lukerino. Verhaftet am 5. Oktober 1937. Zum Tode verurteilt am 17. Oktober 1937. Hingerichtet am 21. Oktober 1937.

Aleksandra Iwanowna Tschubar: armenisch; geboren 1903 in Artemiwsk, Oblast Donetsk, Ukrainen; Hochschulbildung; keine Parteizugehörigkeit; Berater im Volkskommissariat von Leichtindustrie; Residenz: Moskau, Haus der Sowjet, Apt. 227. Verhaftet am 4. Juli 1938. Zum Tode verurteilt und hingerichtet am 28. August 1938.

Aleksei Zheltikov: russisch, geboren 1890, Schlosser in der Moskauer Metrowerkstatt. Hingerichtet am 1. November 1937.

Boris Nikolajewitsch Rozenfeld: russischer Jude; geboren 1908 in St. Petersburg; Hochschulbildung; keine Parteizugehörigkeit; Ingenieur der Firma Mosenergo; Residenz: Moskau, Malaja Nikitinskaja 16/105. Verhaftet am 31. Januar 1935. Verurteilt zu fünf Jahren Gefängnis. Häftling des Bjelomoro-Baltisky Lagerkomplexs in Karelien. Transportiert aus dem Lager in Moskau am 12. April 1937. Zum Tode verurteilt und hingerichtet am 13. Juli 1937. Rehabilitiert in 1990.

Gavril Sergejewitsch Bogdanov: russisch; geboren 1888 im Dorf Aminevo, Oblast Moskau; Grundbildung; keine Parteizugehörigkeit; Arbeiter; Residenz: Aminevo. Verhaftet am 8 August 1937. Zum Tode verurteilt am 19. August 1937. Hingerichtet am 20. August 1937. Rehabilitiert in 1989.

Wassily Semjonowitsch Kurenkov: russisch, geboren 1886 im Dorf Falelejewo, Westliche Oblast; Grundbildung; keine Parteizugehörigkeit; Sowchosarbeiter; Residenz: Dorf Polozovo, Oblast Moskau. Verhaftet am 10. August 1937. Zum Tode verurteilt am 19. August 1937. Hingerichtet am 21. August 1937. Rehabilitiert in 1989.

Semjon Nikolajewitsch Kretschkow: russisch, geboren 1876 im Dorf Ponizove, Oblast Moskau. Sekundarbildung; keine Parteizugehörigkeit; orthodoxer Priester in der Dorfkirche von Bykovo; Residenz: Perednjaja Straße, Bykovo. Verhaftet am 1. November 1937. Zum Tode verurteilt am 15. November 1937. Hingerichtet am 25. November 1937. Rehabilitiert in 1989.

Marfa Iljitschna Rjazantseva: russisch; geboren 1866 in Machatschkala, Oblast Tver; ungebildete; keine Parteizugehörigkeit; Ruhestand; Residenz: Moskau, 1. Meschtschanskaja Straße 62/26. Verhaftet am 27. August 1937. Zum Tode Verurteilt am 8 Oktober 1937. Hingerichtet am 11. Oktober 1937. Rehabilitiert in 1989.