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Briefe an Sankt Peter aus Ruthenien


Im Traktat Modus epistolandi, das heißt, Über die Kunst des Briefschreibens (1488), der in der ganzen Europa der Renaissance ziemlich populär war, gab Francesco Nigro präzise und detaillierte rhetorische Richtlinien für das Schreiben von nicht weniger als zwanzig Arten von Briefen. Das erste war das Commendatitium odr Empfehlungsschreiben, das seinerseits in zwei Unterarten, und die jeweils in vier verbindliche Teile getrennt wurden. Später haben viele andere Humanisten durch das Sammeln und die Anpassung der Ideen und Übungen der alten Progymnasmata ihren Senf zu diesen rhetorischen Standards dazugeben. Nicht nur Erasmus, Vives und Lipsius, die Liste ist viel länger: Gasparino Barzizza, Juan Lorenzo Palmireno, Giulio Cesare Capaccio, Bartolomé Bravo, Juan Vicente Peliger, Badius Ascensius, Sulpizio di Verola, Gaspar de Tejeda, Henri Estienne, Basin de Sendacourt, Heinrich Bebel, Valentinus Erythraeus, Pietro Bembo, Tomás Gracián Dantisco, Espinosa de Santayana, Moravus de Olomouc, und so weiter. Und obwohl bei keinem dieser Autoren finden wir eine Anweisung zur Formulierung von Empfehlungsschreiben an das Jenseits, doch hat es solche Briefe gegeben, sie wurden regelmäßig nach vorgeschriebene Formeln geschrieben, mit Streusand bestreut und versiegelt, und an nicht weniger als Sankt Peter selbst angeschrieben, in seine eigene Hände.

Nachrichten über diese Briefe kamen nach Spanien aus Ruthenien, als der Humanist, Numismatiker, Erzbischof von Tarragona und außerordentlich neugierige Mann, Don Antonio Agustín (1517-1586) notierte in seinem handschriftlichen Notizbuch. Auf Folio 23 dieses Alveolus genannten Buches finden wir diesen Bericht über die Tradition „der ruthenischen Kirche“: *


“Rutheni populi Moschouitarum sunt Polonis contigui, quorum regem adgnoscunt; et in religione Patriarcham Constantinopolitanum, cuius ritum, ceremonias et instituta sequuntur. Eorum prouincia nunc Russia nuncupatur. Lingua Dalmatica loquuntur, cuius per uniuersum orientem magnus usus est; characteres mixti Grecis atque Barbaris Sclauonicis quos appellant. Hi populi ridiculam consuetudinem exequiarum obseruant. Mortuorum enim parentes affines propinquí et amici, litteras ab Archiepiscopo prouintiae suae accipiunt, et sigillo et subscriptione firmatas: quibus Archiepiscopus sancto Petro scribit, mortuum propinquum et amicum commendans; rogans mortuo liceat in consortium coelitum adscribi. Quae littere mortui manui inseruntur; unaque cum iis, tamquam eas diuo Petro Vitae Innocentiaeque suae testes redditurus, sepelitur. Emuntur autem magno tales littere; neque cuiquam nisi soluenti pecuniam conceduntur. Quo fit, ut pauperes eas non accipiant, scribuntur lingua Dalmatica. Earum formulam, ex ea lingua translatam in Latinam a Georgio Ticinensi Lithphano, infra suscribi iussimus:

«MACARIVS Dei gratia Ecclesiarum Domini Dei nostri in hoc corruptibili mundo uicarius, tibi Petro qui olim summus Christi in terris uicarius extitisti, notificamus: quod nuper non sine ingenii moerore, Dilecti filii Ecclesiae Dei, nobis rettulerunt; quendam Nicolaum Gregorii Filium, hanc miseriis plenam uitam reliquisse; in aliumque felicem ac deliciis plenum mundum commigrasse. In quo fidelium omnium animulae, omnibus desiderato Domini nostri Jesuchristi, eiusque matris incorruptae intuitu frui ac gaudere numquam cessant. Quas opera tua in regnum coelorum, cuius ianitor et clauiger existis, esse admissas receptasque nemo ambigit. Nam eam clauium potestatem, ipse humani generis restauratos, tibi iam in coelis uero in terris indubie concessit, quos suarum Ecclesiarum in hoc mundo presides esse uoluit.

Cum igitur officii nostri sit ad te, de conuersatione eorum qui relicto hoc mundo istuc commigrant, rescribere, ideo, indubiam tibi litteris his nostris fidem facimus Nicolaum Gregorii Filium, toto tempore uitae suae pie ac christiane uixisse, neminem offendisse, ac omnia Ecclesiarum Dei praecepta, diligenter obseruasse. Quem, prius quam deo conditori suo spiritum commodaticium reddidisset, ab omnibus suis peccatis, quibus diuinam Maiestatem aliquando offendit, absoluimus. Et, propterea iustum esse censemus, quod in conspectum Domini Dei conditoris nostri admittatur; electorumque Dei numero tuis meritis precibusque adiutus, adscribatur. Quod ut pro more officioque tuo facias, supplices petimus. Datum, etc. Sub manu, et sigillo nostro.»” (Alveolus. Manuscrito escurialense S-II-18, Madrid, FUE, 1982, 33-35.)



„Die Ruthenen sind ein Volk der Moskoviten in der Nachbarschaft der Polen, dessen König sie als ihren Herrn anerkennen. In religiösen Dingen erkennen sie den Patriarchen von Konstantinopel an, und folgen seine Riten, Zeremonien und Institutionen. Ihr Region heißt jetzt Land der Russen. Sie sprechen die dalmatinische [kirchenslawische] Sprache, die im ganzen Osten weit verbreitet ist. Ihr Schreiben ist eine Mischung des griechischen Alphabets und der Buchstaben der barbarischen slawischen Sprache, wie sie es nennen. Dieses Volk hat einen lächerlichen Totenritus. Die Verwandten und engen Freunden des Verstorbenen erhalten einen vom Erzbischof der Diözese gesiegelten und unterschriebenen Brief, den der Erzbischof an Sankt Peter anschreibt, und in dem er den Verstorbenen in seine Freundschaft und Gesellschaft empfählt. Sie liegen diesen Brief in die Hände des Verstorbenen, und begraben ihn zusammen mit dem, als ein Zeugnis seines Lebens und Unschuld. Diese Briefe haben einen hohen Preis, und werden nicht gewährt, nur denen, die es bezahlen. Damit haben die Armen keinen Zugang zu ihnen. Sie werden in der dalmatinischen Sprachen erfasst. Ihr Text, übersetzt von Georg von Pavia aus dieser Sprache zu Latein, ist wie folgt:

»Makarios, durch die Gnade Gottes Stellvertreter der Kirche von Gott unser Herr in dieser vergänglichen Welt, geben wir es dir kunde, o Peter, der einst in diesem Land der höchste Stellvertreter Christi warst, dass vor kurzem wurden wir von einigen geliebten Kindern der Kirche Gottes besucht, die mit großen Schmerzen erzählt haben, dass ein bestimmter Nicholas, Sohn Gregors dieses Leben voller Elend verlassen hat, und wanderte in das glückliche Jenseits voller Freunde, wo die Seelchen aller Gläubigen nicht aufhören, sich der von uns allen gewünschten Vision unseres Herrn Jesus Christi und seiner unbefleckten Mutter zu erfreuen. Zu welcher ohne Zweifel du empfängst und lässt sie ein, als Torwächter des Reiches der Himmeln, da in dein Hand wurde die Macht der Schlüssel auf der Erde und im Himmeln vom Erneuer der Menschheit hinterlegt, der dich in dieser Welt der Überlegene seiner Kirche sein wollte.

Als es unsere Pflicht ist, über das Verhalten derer, die von dieser Welt zu derjenigen überziehen, dich zu berichten, lassen dir es ohne Zweifel bekannt sein, und bescheinigen wir es mit Glauben, dass Nicholas, Sohn Gregors, auf frommer und christlicher Art in der ganzen Zeit seines Lebens gelebt hat, niemandem wehtun, und alle Gebote der Kirche Gottes sorgfältig beobachtete. Und bevor er seine Seele an Gott, seinem Schöpfer auslieferte, haben wir ihn von allen Sünden absolviert, mit denen er jemals Seine Göttliche Majestät beleidigt hatte. Deshalb halten wir es für richtig, ihn in die Gegenwart Gottes, unseres Herrn zuzugelassen, und in die Zahl der Auserwählten einzuschreiben, mit Hilfe deiner Verdienste und Gebete. Wir beten zu dir, es zu gewähren, und zwar mit deiner üblichen Gnade und Herablassung. Datum usw. Von unserem Brief und Siegel.«“


Unsere Phantasie wird durch den honen Preis erregt, den man für diese Briefe an den Erzbischof zu bezahlen musste, und der sie an die Armen unzugänglich machte. Wie war der Schwarzmarkt dieser Briefe, die Grabräubereien, die Beseitigung des Namens des Verstorbenen in den Briefen, und ihr Legen in die Hände eines anderen, weniger wohlhabenden Verstorbenen, die raffinierten Techniken der Fälscher von Signaturen und Segel, mit denen sie den Torwächter des Himmels selbst irreführten… Oder ist vielleicht diese Ide völlig undenkbar für einen Ruthene, und kann nur in der pikaresken iberischen Phantasie entstanden?

Aber wenn ja, wie könnte einer dieser Briefe in die Hände von Don Antonio hinkommen?


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Unsere Abbildungen sind Prozessionsfahnen von ruthenischen Dörfer in der Sammlung des Lemberger Ikonmuseums


Koordinaten


Die Spanische Gesellschaft für Emblematik ankündigte ihr zehnter internazionale Kongreß, den wir in Palma de Mallorca nach genau einem Jahr von heute veranstalten. Nachdem wir eine Menge über die Titel brüteten, sie fast bis zum Punkt des esoterischen destillierend, haben wir dafür entschieden, was für diese Art von Veranstaltung selbstverständlich ist: Encrucijada de la Palabra y la Imagen Simbólicas, „An der Kreuzung des symbolischen Wortes und Bildes“. In gewisser Weise ist dies die grundlegende Definition des Emblems. Aber diese Kreuzung unterstreicht auch den besonderen Fokus unserer Analyse der Kulturgeschichte als Ganzes.


Dann mussten wir das Plakat der Veranstaltung entwerfen. Die Tatsache, dass dies der zehnte Kongress ist, hat uns zugelassen, die römische X mit dem Konzept der in der Title angekündigten Kreuzung zu verbinden. In unserem Gedächtnis herumsuchend fiel uns die Prachthandschrift Mira Calligraphiae Monumenta ein, in der der Meisterkalligraph der ungarischen Kanzlei in Wien, Georg/György Bocskay Seite für Seite eine komplexe Arbeit ausgeführt hat, und alle seine Fähigkeiten in der Kunst der Typographie aufzeigte. Er beendete sie im Jahre 1562, aber dann fiel sein Buch in die Hände von Rudolf II in Prag, der Bocskays Präzision bewunderte, und beschließ, sie eine seiner kaiserlichen Sammlungen würdigen, wirklich einzigartige Arbeit zu machen.


Zu diesem Zweck beauftagte er den besten Handschriftminiator den er finden könnte, Joris Hoefnagel, um sie mit dem Besten seiner Kunst zu schmücken, und keine Mühen zu scheuen. Hoefnagel hat nicht nur seine Aufgabe großzügig ausgeführt, sondern er hat sie auch mit einem typographischen Spiel ergänzt, dessen Elemente, ob kopiert oder auf der Grundlage von natürlichen Elemente erfunden, passten mit mathematischer Strenge zur Linienführung und Komposition der Buchstaben an. Hier haben wir die „X“, die wir wollten: die Impresa des Kaisers Augustus, die Krabbe, die in seiner Zange einen Schmetterling umklammert – ein Bild, das in der Regel durch dem lateinischen Motto Matura begleitet war –, umgewandelt in ein graphisches Zeichen. Kreuzung von Wort und Bild, aber auch ein Zeichen dafür, dass wir – maturando – zum zehnten Kongress der Gesellschaft kamen. Bereits zwanzig Jahre – X-X –, immer mit dem Motto in Sicht.


Die Uhr der Juden


Wir haben schon darüber geschrieben, dass die einmal rote, jetzt geschwärzte Porphyrsäulen, die die östliche Fassade des Baptisteriums San Giovanni in Florenz einfassen, von den Pisanern nach der Plünderung von Madina Mayūrqa in 1115 hier gebracht wurden. Dies ist eines der sehr wenigen noch bestehenden Relikte der muslimischen Architektur dieser wunderschönen Stadt, über die Ibn al-Labbâna so gesungen hat:
Diese Stadt hat von der Taube ihren Kragen genommen
   und der Pfau hat sie mit ihren Federn bekleidet.
Das Wasser ihrer Brunnen ist wie Wein
   und wie Pokalen sind ihre Höfe.
Die Besucher des Doms von Florenz wissen wahrscheinlich wenig über die exotische Herkunft dieser Säulen, die so weit weg von ihrer Heimat herkommen.


Ebenso, wer vor dem Rathaus von Palma hält, und auf die Uhr aufschaut, die die Fassade dominiert und die Glocken im von der Spitze des Gebäudes lauernden Glockenturm klingelt, kennt wahrscheinlich nicht die Legende über ihre Herkunft, einer der seltsamsten Legenden, die über die sich in Mallorca niedergelassenen Juden ausbreitet wurden:
Post destructionem Hierusalem, tempore Helii Adriani […] Quo tempore omnes maiores rabini iudeorum docti in Legi mosayca appicuerunt cum suo navigio Maioricis cum horologio quod tenebant Hierosolimis, quod est hodie in turri Maioricarum que dicitur Horarum, quam post conquistam Maioricarum per regem Jacobum effectam christiani edificaverunt iungendo et campanam quam antea iudei non habuerunt. (G. Llompart und J. Riera i Sans, Hg.: „La Historia de Sancta Fide Catholica de Benet Espanyol (1548): la primera història dels jueus de la Ciutat de Mallorca”, Fontes Rerum Balearium, III (1979-1980), 141-194.)
Das heißt, wie Benet Espanyol in seiner Historia de Sancta Fide Catholica (1548) schreibt, es war kein anderer, als die gelehrtesten Rabbiner auf der Flucht aus der zerstörten Jerusalem in Kaiser Hadrians Zeit, die die Uhr vom einen Ende des Mittelmeeres zum anderen, aus dem Tempel von Jerusalem in ihre neue Heimat Palma gebracht haben. Um genau zu sein, bezieht sich der Autor auf die Uhr, die in seiner Zeit die Stunden an der Spitze des Glockenturms neben der Victoria-Kapelle der Dominikanerkirche und -Kloster zeigte. Das Kloster wurde am Rand des jüdischen Viertels, an der Stelle der durch Jaime I im Jahre 1231 angeeigneten jüdischen Grundstücke und Häuser gebaut, und es wurde 1837 irrational und eilig zerstört, nur wenige Tage vor der Ankunft der Entscheidung aus Madrid, die ihren Abriss verbot. Der Glockenturm stand noch für ein paar Jahre, aber als sein Zustand immer schlimmer wurde, hielt man es 1849 für ratsam, ihn abzureißen, und seine alte Glocke zusammen mit der Uhr an der Fassade des Rathauses anzubringen. Die Uhr trägt das Datum von 1849, aber der vorliegende Mechanismus stammt in dem Jahr 1862. Damals wurde die alte Uhr mit einer neuen, aus Paris gebrachten ersetzt, die seitdem die Zeit mit großer Genauigkeit zeigt.

Die Umgebung der St. Dominik-Kirche und des Glockenturms auf der Karte von Palma von Antonio Garau (1644) (vergrößern). María Barceló hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie in Bolletí de la Societat Arqueològica Lul·liana (Nr. 68, 2012, 27-33.) einen umfassenden Überblick über die Wechselfälle der Uhr und des Glockenturms im Mttelalter gegeben: „Notes sobre la Torre de les Hores i el rellotge de la Ciutat de Mallorca“.

Wir wissen nicht mehr über die legendäre Uhr und die gelehrten Rabbiner. Es ist sicher nur, dass man seit 1385 oder 1386 die Stunden des Tages und der Nacht (und später auch die Viertel- und Halbstunden) mit einer Glocke hier, an der höchsten Stelle der Stadt gemeldet hat. Als die Glocke von einem Silberschmied namens Pere Figuera gegossen wurde, und die Uhr seit 1513 von einem anderen Figuera, Bartomeu erhalten war, der sein Amt auch an seinen Sohn übertrug, so ist der Glockenturm in der Stadt noch „En Figuera“ – „der Figuera“ – genannt. Im Jahre 1680 wurde die Glocke abgebrochen, und musste neu gegossen werden: diese ist diejenige, die wir jetzt hören. Die Uhr wird nun von Meister Pere Caminals, Neffe der Schwester meiner Großmutter und Sohn, Enkel und Urenkel des berühmten Uhrmachers von Palma verwaltet.



Lied der Bettler


Wir haben mehrmals über die seltsamen Koinzidenzen geschrieben, die Spanien und Ungarn, diese zwei fines terrae des alten Europa mit geheimnisvollen Fäden verbinden. Als ein neueres Beispiel veröffentlichte die ungarische und spanische Presse in der gleichen Woche, dass dank der Krise und dem erstaunlich ähnlichen politischen Klima, aus beiden Ländern 500.000 Menschen auf der Suche nach Arbeit in Ausland gingen. Was natürlich bedeutet eine unterschiedliche Proportion in Ungarn, als in Spanien mit seiner fünfmal größer Bevölkerung.

Und es ist noch erstaunlicher, dass jene, die in den letzten hundert Jahren Spanien verließen, haben von ihrer Heimat Abschied genommen und sich im Ausland an sie erinnert mit dem Lied der ungarischen Bettler.


José Serrano, Canción húngara, von José Carreras gesungen

Das Lied ist die letzte Arie der traditionellen Zarzuela – Stück von Volkstheater – Alma de Dios, wo die ungarischen Bettler als eine bunte Nebenepisode auftauchen, um ihr Heimweh zu besingen. Vielleicht sogar der Ungar und sein Bär sungen es während ihrer Wanderung in der Dörfern der Pyrenäen. Das Stück, das in 1907 von José Serrano, der Autor der Hymne von Valencia geschrieben wurde, wurde durch dieses Lied in ganz Spanien sehr beliebt gemacht. Als Wang Wei sich daran erinnert:

In den 10er und 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, mit dem Erfolg der Zarzuela (vor allem in der Gesellschaft von Madrid, wovon die Mode im ganzen Land verbreitete) wurde dieses Lied sehr bekannt, und von allen Arten von Menschen im ganzen Land gehummt. Meine Großmutter sung es mit einem solchen Gefühl, als ob sie eine ungarische Vertriebene wäre. Ich denke, ein wichtiger Grund dafür war, dass in diesen Jahren viele Menschen aus Spanien nach Amerika ausgewanderten. Auch der Vater meiner Großmutter bewegte in dieser Zeit nach Havanna, um Arbeit zu suchen. Er kehrte nach Hause mit mehr oder weniger dem gleichen Geld, als er abfuhr, aber nach langen Jahren von Trennung von seiner Familie, und natürlich älter und enttäuschter.

Andere haben sich auch daran erinnert, dass ihre Ur-Großvater während der Arbeit auf dem Feld immer dieses Lied sung. Und es kann kein Zufall sein, dass es in den letzten Jahren eine neue Popularität gewonnen hat, von solchen Meistern durchgeführt, wie José Carreras, Alfredo Kraus und Plácido Domingo.

Canta, mendigo errante,
cantos de tu niñez,
ya que nunca tu patria
volverás a ver.

Hungría de mis amores,
patria querida,
llenan de luz tus canciones,
mi triste vida.
Vida de inquieto
y eterno andar,
que alegro solo
con mi cantar.

Canta vagabundo,
tus miserias por el mundo,
que tu canción quizá
el viento llevará
hasta la aldea
donde tu amor está.

Es caminar siempre errante
mi triste sino,
sin encontrar un descanso
en mi camino.
Ave perdida,
nunca he de hallar
un nido amante
donde cantar.
Sing, wandernder Bettler
die Lieder deiner Kindheit,
denn wirst du schon niemals
mehr deine Heimat sehen.

Ungarn, meine Liebe,
mein geliebtes Land,
deine Lieder füllen mit Licht
mein trauriges Leben.
Mein rastloses Leben
und ewige Wanderschaft,
die ich nur durch Gesang
kann aufheitern.

Besing, Vagabund,
dein Elend in der Welt,
vielleicht dein Lied
wird von dem Wind genommen
in das ferne Dorf
wo deine Liebe lebt.

Eine ewige Wanderschaft
ist mein trauriges Schicksal,
ohne eine Pause
auf dem Weg zu finden.
Ein verlorener Vogel,
ich kann niemals finden
ein liebevolles Nest,
wo zu singen.

Zigeunerstadt


Man sagt, das El Vacie in Sevilla die älteste noch bestehende informelle Siedlung in Europa ist. Gegründet im Jahre 1932, sie wurde nach Francos Machtübernahme aufgebläht, als die ärmsten Familien aus Sevillas Stadtteil Triana – das einzige Stadtviertel über den Fluss, wo die Zigeuner seit dem 16. Jahrhundert als Schmiede der Region gelebt haben, und auch ihre religiöse Bruderschaft aufhalten – vertrieben wurden. Sie schufen mehrere Elendviertel am Rande der Stadt, aber sicherlich das berühmteste von ihnen ist El Vacie, die jetzt vollständing vom Friedhof und dem Autobahnkreuz eingeschlossen ist.


Offiziell leben 600 Menschen in der Siedlung, aber die Realität ist mehr als das Doppelte. Es gibt keine Wasserleitung und Kanalisation, und Strom wurde auch erst vor kurzem aus der Stat ausgeleitet. Es gibt Versprechungen von der Seite der jeweiligen Politiker, beinnend mit Franco, der in den 40er Jahren zur Siedlung kam, und Verbesserungen versprach, und seit damals hat jeder Politiker vor den Wahlen so getan, aber die Verbesserungen scheinen nicht zu kommen.


Es ist nicht leicht, die Siedlung zu betreten, geschweige denn zu fotografieren. Auch dem auf Río Wang vielmals erwähnte russischen Blogger Rustem Adagamov gelung es nur auf der Intervention der lokalen Sozialarbeiter.

„Die Betonblöcke wurden von der Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Häuser gelegt, deren Bewohner soziale Wohnungen erhielten. Tatsächlich gibt est die Gefahr, dass sie die neue Wohnung verkaufen, und in El Vacie zurücksiedeln, weil sie nicht ohne die Gemeinschaft leben können.”

Die Siedlung ist in drei Teile aufgeteilt. Die eine ist von den spanischen Zigeunern, die andere von den portugiesischen Zigeunern, die dritte von Zigeunern aus Estremadura bewohnt.

Die vierzigjährige Urbana, eine portugiesische Zigeunerin wurde vor 26 Jahren zu einem lokalen Mann verheiratet. Heute hat sie sieben Kinder und sieben Enkelkinder, die alle in der Siedlung wohnen. Sie bauteten ihr Haus selbst, es gibt keine Heizung, obwohl der Frost ist nicht ungewöhnlich im Winter in Andalusien. Ihr Mann war ein Fabrikarbeiter, und jetzt leben acht Leute von seiner Invalidenrente von 350 Euro.


Aber die Bewohner der Siedlung sind nicht vollständig auf sich selbst überlassen. Spanische Freiwilligen haben im Jahr 1998 den Kindergarten Maria Angeles angelegt, der noch aus privaten Spenden erhalten ist. Acht bezahlte Mitarbeiter und zwanzig permanente Freiwilligen arbeiten hier, und darüber hiaus werden sie regelmäßig durch einen Arzt und Psychologe besucht. Sie bemühen sich, für all die Kinder der Siedlung Sorge zu tragen, von denen die meisten bekommen nur hier warmes Essen, heißes Wasser und Bildung, und sie aus dem Kreis der Armt und Kriminalität zu retten. Die Bewohner der Siedlung sprechen mit großer Dankbarkeit über ihre Arbeit. Natürlich gibt es auch eine andere Seite der Medaille: im letzten Sommerpause brachte man in den Kindergarten ein, und sie nahmen alles, so dass es zwei Monate dauerte, bis er wieder öffnen könnte. „So ist das Leben”, sagt resigniert eine Sozialarbeiterin, „hier Gut und Böse kämpfen miteinander jeden Tag. Einer von ihnen wird schließlich gewinnen.”


Vor kurzem hat die spanische TV-Sender Cuatro einen fünfteiligen (1 2 3 4 5) Dokumentarfilm über die Siedlung gestrahlt. Und im Jahr 2008 hat das TNT Theaterzentrum die Frauen der Siedlung überzeugt, Bernarda Albas Haus von García Lorca auf der Bühne zu setzen. Die Akteure des Dramas wurden von Giovanni Nardelli in ihrem alltäglichen Milieu fotografiert.



Die Unbefleckte Empfängnis

Feiertag der Unbefleckten Empfängnis, 8 Dezember

„Am Tag deiner Schutzheiligen begrüßt dich und wünscht dir viel Glück dein Bruder, der dich nicht vergisst: Federico”
„Wachteln singen am Morgen auf dem Feld / sie singen, dass du viel Glück habe. Und einen schönen Tag. Dein Bruder, Paco”
„Mama, ich möchte, dass du mit Papa kommest, und ich wünsche dir alles Gute, von der Katze bis zum Vogel. Paco”
„Mama, ich möchte dich sehen so viel, und ich möchte, dass du schnell kommest. Ich wünsche dir alles Gute, von der Ziegesschäferin bis zu den Zigeunern, dein Sohn, der dich liebt so fiel: Federico”



Nana de Sevilla (Schlaflied aus Sevilla). Text un Musik geschrieben, arrangiert und gespielt auf Klavier von Federico García Lorca, gesungen von La Argentinita. Aus dem Album Canciones Populares Antiguas (1931)

Hesperiden

Mallorca and the Balearic Islands from the Atlas of Janssonius

Odysseus Elytis: Ο Ήλιος ο Ηλιάτορας
(The Sovereign Sun). Music by Dimitris Lagios, sung by Giorgos Dalaras (1982). First piece: The Song of the Sun


Εσείς στεριές και θάλασσες
τ' αμπέλια κι οι χρυσές ελιές

ακούτε τα χαμπέρια μου
μέσα στα μεσημέρια μου

«Σ' όλους τους τόπους κι αν γυρνώ
μόνον ετούτον αγαπώ!»

Από τη μέση του εγκρεμού
στη μέση του αλλού πελάγου

«Σ' όλους τους τόπους κι αν γυρνώ
μόνον ετούτον αγαπώ!»

Με τα μικρά χαμίνια του
καβάλα στα δελφίνια του

με τις κοπέλες τις γυμνές
που καίγονται στις αμμουδιές

«Σ' όλους τους τόπους κι αν γυρνώ
μόνον ετούτον αγαπώ!»


You rocks and seas
vines and golden olives

hear my word
as I follow my course:

I turn above all places
but I love this only one!


At the middle of the universe
among all the islands of the sea

I turn above all places
but I love this only one!


With its little rascals
riding on dolphins

with its nude girls
laying on the seashore:

I turn above all places
but I love this only one!
Palma
The City
The old Palma in the Escalas photos
The first velocipede in Mallorca
The Born promenade and Edison’s voice
Columns of the mosque
The Arabitch Bath
The Jewish quarter
Die „Uhr der Juden“ auf der Fassade des Rathauses (es)
Patios of Palma
Electri city
Doors of La Calatrava
Library of La Real
Rodin in Mallorca
The dragon of Mrs. Coc
Hidden dragons
Double-tailed plot
Biblioteca de Babel:
The house of my friend

Wang Wei looks out
of his studio

Snowfall in Palma
Restaurant Las Olas
The Basque restaurant Bodega Santurce
Bull’s tail
El Molinar neighborhood
Milenium bicycle shop
Amor en Palma
St. Anthony blessing the animals, 2009
Hl. Antonius segnet die Tiere, 2014
Die Prozession der Demonen am Tag des Hl. Antonius
On St. Sebastian’s feast
Sausage roasting on St. Sebastian’s day
Erasmus and St. Christopher
Yin-yang of St. Nicholas
Roman and Chinese flowers in Mallorca
Palma International
Holy Week in Palma
Karfreitagsprozession
Compression
Palma’s concrete coasts
Guts
Martian chronicles
Typo
History
After the feast
Night
Abschied

The Islands
Cabras, dragones, liebres
Sailing to Cabrera
Cabrera: the way to the peak
Serra de ses Figueres
The Western Mountains
Golden apples
More golden apples
Pebbles of Port d’es Canonge
The Governor’s Turn
The Postman’s Path
Deià
The Ermita de la Trinitat
The cats of the Tower
of the Souls

Lighthouses
Spring in San Telmo
Escorca
Sacred mountain

Chapel of Sant Llorenç

The Eastern Hills
and the Plains

Arab wine from Butibalausí
Fires of St. Anthony
The Albufera
Choking ants’ nests
Pollença
Some more Pollença
Sineu, Chinese colony
Sineu, Beijing time
Giants in Santanyí
Algaida, dance on the
feast of St. James’

Llucmajor, roof tiles
Hermit cats
Seashore of Ses Covetes

the rest
Journey to Mallorca, January 2014
The first olive oil from Mallorca
Nokia box and Cola Cao
Absurd poetry of the Balearic Government
“Balearic languages”
The beginnings of book printing in Mallorca
Goose Game 1652
Playing with bones
Memory of James the Conqueror
Rolevinck’ Fasciculus temporum
The demon of speed
Sea for sale. Llonovoy
Portuguese dance
Happiness
Agua


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Abschied

Ibn al-Labbâna (11. Jh.):   Mallorca


مدینة میورقة     


بلد اعارته الحمامة طو قها
      وکساه حلة ریشه الطاووس
وکانما تلك المیاه مدامة
      وکان قیعان الدیار کئوس


Medina Mayurqa

Diese Stadt hat von der Taube ihren Kragen genommen
       und der Pfau hat sie mit ihren Federn bekleidet.
Das Wasser ihrer Brunnen ist wie Wein
       und wie Pokalen sind ihre Höfe.