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Alte Ruhm

Der 7. November ist ein Tag des Ruhms. Das weiß gut jeder, der noch vor 1990 bei Schulfeiern regelmäßig daran erinnert wurde oder über den nach ihm benannten Platz fahren musste, um nach Buda oder zum Stadtpark zu gelangen. Aber dass er auch für den Iran ein Tag des Ruhms werden würde? Das ist brandneu – tatsächlich erst gestern passiert.

In letzter Zeit hatte sich die Beziehung Irans zum Ruhm abgekühlt. Anzeichen gab es bereits in der nahen und sogar in der fernen Vergangenheit, zurückgehend bis zur Schlacht von Kerbela 680, wo die Schiiten ihre größte Niederlage erlitten, die jedes Jahr am Ashura-Tag als ihr größtes Fest begangen wird. Man könnte sagen, ihre gesamte Sozialpsychologie ist ritualisiert auf Niederlage. Doch selbst in dieser Serie von Rückschlägen gab es einen besonders tiefen Tiefpunkt: Im Juni dieses Jahres zerstörten die israelischen und amerikanischen Streitkräfte innerhalb weniger Augenblicke mit schweren Luftangriffen die iranische Luftabwehr und bombardierten ihre Nuklearanlagen.

Das iranische Regime, das diese Niederlage mit scharfem Blick als totales Scheitern und Infragestellung seiner halben Jahrhundert währenden Existenz bewertete, lieferte gestern eine krachende Antwort an den Westen. Allerdings musste es dafür weit zurückblicken bis zum letzten messbaren Sieg: Schapur II., der sassanidische Schah, der 260 bei Edessa über Kaiser Valerian siegte. Der Kaiser und seine Armee verschwanden spurlos im Persischen Reich, und Schapur schmückte sein Felsgrab bei Persepolis mit der Darstellung dieses Sieges: Der besiegte Kaiser kniet vor dem auf dem Pferd sitzenden Schah, auf seiner Schulter das Cape, das die Pathosformel unpassend zur Situation knetet.

Angeblich auf persönliche Anregung des Großayatollah Khamenei ließ das iranische Regime eine Skulpturversion dieses Reliefs errichten und enthüllte sie gestern, am Freitag, den 7. November, im Herzen Teherans, auf dem Enghelab-Platz, also dem Platz der Revolution. Laut iranischer Presse ist die Statue eine ernste Warnung an den Westen. Die Enthüllung wurde von Menschenmengen bejubelt, nicht zuletzt, weil die Zeremonie mit einem Popkonzert verbunden war.

Zwei riesige Gestalten—ein sassanidischer und ein moderner persischer Krieger—machen die Botschaft glasklar, auf ihren Schilden prangt: مقابل ایرانیان دوباره زانو مزید moqâbel-e Irâniyân dobare zânû mizid „Zeit, wieder vor den Iranern zu knien.“ Obwohl die Botschaft in Persisch verfasst wurde, einer Sprache, die dem Westen weitgehend unbekannt ist, sind die Meere rund um den Iran auf Englisch beschriftet. Das deutet darauf hin, dass die Gestalter vermutlich auch die Karte ihres eigenen Landes von einer westlichen Website heruntergeladen haben – eine eigentümliche Form des Kniens.

Der Westen wird diese ernste Warnung vermutlich entschlüsseln und ein wenig in Panik geraten. Doch die Geste hat noch eine subtilere Nuance, die es ebenfalls zu entschlüsseln gilt. Bisher hatte sich das Regime strikt davor gehütet, die persische Geschichte vor dem Islam zu verherrlichen: Einerseits, weil sie die Jahiliyya, das Zeitalter der Unwissenheit vor dem wahren Glauben, darstellte; andererseits, weil das von der Revolution 1979 gestürzte Pahlavi-Regime seine Legitimität genau darauf aufgebaut hatte. Vielleicht zum ersten Mal stellt das Regime einen sassanidischen Schah ins Zentrum der Feierlichkeiten. Und das genau auf dem zentralen Platz, der früher Platz des Schahs hieß und jetzt Platz der Revolution ist. Bedeutet das, dass die Idee des Islamismus erschöpft ist und das Land, wie jedes Land mit gescheiterter Ideologie, auf bewährten Nationalismus zurückgreifen muss, um seine Legitimität zu stärken?

Das monumentale Schaubild, das Schah Reza Pahlavi 1971 in Persepolis zum 2.500. Jahrestag des Persischen Reiches inszenierte, gilt seitdem als banal, pompös und kleinlich. Die Version auf dem Enghelab-Platz setzt dieser Mittelmäßigkeit noch eine wirklich miserable Kameraführung obendrauf.

Doch Iran war nicht der Erste, der ein Papier-Tiger-Beispiel lieferte. Auch das Christentum erlitt eine ebenso vernichtende Demütigung, als 1453 die Türken Konstantinopel einnahmen und Selbstwertgefühl sowie Sicherheitsgefühl zerstörten. Das Echo dieser Niederlage hallte im Westen nach, und man ehrte dabei einen sehr alten Sieg als Warnung vor dem Heidentum: Piero della Francescas Freskenzyklus zur Legende des Heiligen Kreuzes in der Franziskanerkirche von Arezzo (1450–63). Die letzte Szene des Zyklus zeigt Heraklius im Jahr 628, in der Schlacht von Ninive, wie er Schah Khosrau II. besiegt und das aus Jerusalem geraubte Heilige Kreuz zurückerobert. Der Schah kniet am Boden zwischen den christlichen Kommandanten, die Piero zeitgenössisch gekleidet darstellt, statt in römischen Togen, als wollte er sagen: „Wartet nur, Muslime! So wie wir damals den Heiden bestraften, werden wir Konstantinopel auch jetzt zurückerobern.“ Die Heiden warten noch, vermutlich schon müde.

In beiden Werken zeigt sich dieselbe Spannung: glorreiche Vergangenheit und beschämende Gegenwart, die Linderung der Hilflosigkeit und das Entfachen von Hoffnung anhand eines historischen Beispiels. Aber wissen Sie was? Wie der alte Witz sagt: Unsere ist schöner.

Umherirrende Statuen in Tirana

Das Gespenst des Kommunismus zieht durch Tirana – in Gestalt heimatloser Statuen, die ihren Platz verloren haben.

Vor dem Zusammenbruch des Sozialismus standen die monumentalen Bronzestatuen von Stalin und Lenin auf zwei der wichtigsten Plätze der Stadt. Stalins Statue erhob sich auf dem Hauptplatz, auf jenem Sockel, auf dem heute Skanderbeg thront. (Ich habe schon darüber geschrieben, welche unverzichtbare Rolle die Sockel der alten Regime als ready-made-Fundamente für die neuen Machtsymbole spielten.) Lenins Statue stand etwas weiter südlich, am Boulevard Dëshmorët e Kombit – der „Märtyrer des Volkes“.

Mit dem Regimewechsel 1991 wurden diese Symbole von Demonstranten vom Sockel gerissen. Doch im Gegensatz zu Budapest 1956 hatte niemand die Weitsicht, sie zu zerschlagen. So fanden die buchstäblich gefallenen Führer Zuflucht im Hinterhof der Kunstakademie, im Schatten des ehemaligen Königspalastes, direkt gegenüber der Pyramide, die als Mausoleum für Enver Hoxha erbaut worden war. Dort überdauerten sie die wechselvollen Jahrzehnte der albanischen Demokratie – in der Hoffnung, dass das Volk eines Tages wieder zum Personenkult zurückkehren würde. Unsichtbar für die breite Öffentlichkeit, aber zugänglich für jene, die Bescheid wussten, konnte man sie dort frei fotografieren.

Eine weitere große Stalin-Statue, auf der rechten Seite des Fotos erkennbar, befand sich nicht im Stadtzentrum, sondern vor dem Rathaus des südwestlich gelegenen Stadtteils Kombinat, der Heimat der großen Textilfabriken:

Doch im Windschatten von Corona veränderte sich vieles, auch in Tirana. Fünf Jahre später wollte ich den Hof erneut aufsuchen – und fand ein Bild wie Boka in den Jungen von der Paulstraße: Auf dem Areal erhob sich das Betonskelett eines Neubaus, die Statuen waren verschwunden. Ich fragte den Polizisten gegenüber, wohin sie gebracht worden seien. Doch beim Klang der Namen verhärtete sich sein Gesicht, und er erklärte mir auf Englisch, dass er kein Englisch könne.

Neben dem Betonbunker für die Opfer des Kommunismus erklärte ein selbsternannter Fremdenführer italienischen Touristen die Szenerie. Auf meine Nachfrage wies er routiniert den Weg zur Villa von Mehmet Shehu.

Mehmet Shehu, der Sohn eines Mullahs und später glühender Revolutionär, Spanienkämpfer und fanatischer Stalinist, hatte sich nach 1944 als kompromissloser Oberbefehlshaber der Volksarmee das Vertrauen von Enver Hoxha erarbeitet. Nach der Säuberung von Innenminister Koçi Xoxe erhielt er dessen Posten. Sein Leben lang war Shehu die Nummer zwei hinter Hoxha, stets auf harter Linie. Als Chruschtschow ihn einmal in Moskau fragte, welches Verbrechen er Stalin am meisten vorwerfe, antwortete Shehu unverblümt: „Dass er Sie nicht rechtzeitig beseitigt hat.“ Er war es auch, der die „Bruderschaft“ der beiden letzten Bastionen des Stalinismus, China und Albanien, schmiedete – ein Bündnis, das bis zum Untergang des Systems hielt.

Doch Shehu selbst erlebte diesen Untergang nicht mehr. Am 17. Dezember 1981 fand man ihn tot in seiner Villa, mit einer Kugel im Brustkorb. Offiziell hieß es: Selbstmord. Kurz darauf wurden sein Bruder, seine Frau, sein Sohn und seine zwei Töchter verhaftet – sie starben in den Gefängnissen der 1980er Jahre. Nur sein jüngerer Sohn Bashkim überlebte. Nach dem Ende des Sozialismus bemühte er sich um Rehabilitierung und erklärte öffentlich, sein Vater sei Opfer eines politischen Mordes geworden. Und wie es in Mythen oft der Fall ist, spielte auch hier eine Frau eine Rolle: Shehus Bruder hatte sich in eine Frau verliebt, deren Familie nicht systemkonform war – einige Verwandte lebten in den USA, andere in albanischen Gefängnissen. Der Chef der gefürchteten Sigurimi versuchte, Shehu zu überreden, auf seinen Bruder einzuwirken. Shehu soll nur geantwortet haben: „Er ist jung. Lasst ihn lieben.“

Bashkims Version wird dadurch gestützt, dass sein Vater nach dessen Tod nicht nur mitsamt Familie verschwand, sondern plötzlich auch als „geschickter Spion“ für Jugoslawien, die USA und Russland galt. Enver Hoxha schrieb das unverhohlen in seinem Buch Die Titoisten (1982), wo er Shehus „Verrat“ über mehrere Kapitel ausschmückte.

Über Shehus Sturz und Tod erschien Jahre später ein weit lesbarer Roman von Ismail Kadare: Der Nachfolger (Pasardhësi), von vielen als sein größtes Werk betrachtet.

Und so fanden Stalin und Lenin schließlich in Shehus Garten ihre letzte Heimat – am besten Platz, bei ihrem letzten treuen Gefolgsmann. Am Beginn der Zufahrt verbietet ein Schild das Betreten, ein bewaffneter Wachmann bekräftigt das Verbot mit eindeutigen Gesten. Man sagt, die Villa diene heute der Regierung für Protokollveranstaltungen. Jedenfalls sahen wir einen schwarzen gepanzerten Wagen herausrollen, den der Wachmann stramm salutierte. Vielleicht residiert dort noch immer der Geheimdienst? Es würde zum Geist der Statuen passen.

Auch wenn man nicht bis zum Tor gelangt, kann man vom angrenzenden Park aus die Villa und die Statuen fotografieren. Zwischen den Bäumen ist Lenins Kopf deutlich erkennbar, gleich hinter dem Tor erhebt sich Stalin – davor der berüchtigte schwarze Wagen der Sigurimi, ein sowjetischer UAZ, heute ein Oldtimer. Holen sie so die Veteranen-Kommunisten ab, um sie gleich in die richtige Stimmung zu versetzen?

Immerhin hat das Regime dazugelernt: Zur Legitimation ihrer Aufstellung griff es auf ein Argument der Opposition zurück. Demnach stünden die Statuen hier als künstlerische Installation. Ein seltsames Argument in einer Zeit, in der Interaktivität zum Kern der Kunstdefinition gehört – wo nicht nur die Hand des Künstlers, sondern auch das Auge des Betrachters das Werk vollendet. Hier jedoch, versteckt im Garten der Villa und von Sicherheitskräften vor Blicken geschützt, erfüllen sie eher die mittelalterliche Definition: Es genügt, dass Gott sie sieht.

Ob ich jenes schöne neue Welt-Szenario erleben möchte, das sich schon deutlich abzeichnet – in dem diese Installation wieder ganz öffentlich präsentiert wird –, weiß ich nicht.

Briefe an Sankt Peter aus Ruthenien


Im Traktat Modus epistolandi, das heißt, Über die Kunst des Briefschreibens (1488), der in der ganzen Europa der Renaissance ziemlich populär war, gab Francesco Nigro präzise und detaillierte rhetorische Richtlinien für das Schreiben von nicht weniger als zwanzig Arten von Briefen. Das erste war das Commendatitium odr Empfehlungsschreiben, das seinerseits in zwei Unterarten, und die jeweils in vier verbindliche Teile getrennt wurden. Später haben viele andere Humanisten durch das Sammeln und die Anpassung der Ideen und Übungen der alten Progymnasmata ihren Senf zu diesen rhetorischen Standards dazugeben. Nicht nur Erasmus, Vives und Lipsius, die Liste ist viel länger: Gasparino Barzizza, Juan Lorenzo Palmireno, Giulio Cesare Capaccio, Bartolomé Bravo, Juan Vicente Peliger, Badius Ascensius, Sulpizio di Verola, Gaspar de Tejeda, Henri Estienne, Basin de Sendacourt, Heinrich Bebel, Valentinus Erythraeus, Pietro Bembo, Tomás Gracián Dantisco, Espinosa de Santayana, Moravus de Olomouc, und so weiter. Und obwohl bei keinem dieser Autoren finden wir eine Anweisung zur Formulierung von Empfehlungsschreiben an das Jenseits, doch hat es solche Briefe gegeben, sie wurden regelmäßig nach vorgeschriebene Formeln geschrieben, mit Streusand bestreut und versiegelt, und an nicht weniger als Sankt Peter selbst angeschrieben, in seine eigene Hände.

Nachrichten über diese Briefe kamen nach Spanien aus Ruthenien, als der Humanist, Numismatiker, Erzbischof von Tarragona und außerordentlich neugierige Mann, Don Antonio Agustín (1517-1586) notierte in seinem handschriftlichen Notizbuch. Auf Folio 23 dieses Alveolus genannten Buches finden wir diesen Bericht über die Tradition „der ruthenischen Kirche“: *


“Rutheni populi Moschouitarum sunt Polonis contigui, quorum regem adgnoscunt; et in religione Patriarcham Constantinopolitanum, cuius ritum, ceremonias et instituta sequuntur. Eorum prouincia nunc Russia nuncupatur. Lingua Dalmatica loquuntur, cuius per uniuersum orientem magnus usus est; characteres mixti Grecis atque Barbaris Sclauonicis quos appellant. Hi populi ridiculam consuetudinem exequiarum obseruant. Mortuorum enim parentes affines propinquí et amici, litteras ab Archiepiscopo prouintiae suae accipiunt, et sigillo et subscriptione firmatas: quibus Archiepiscopus sancto Petro scribit, mortuum propinquum et amicum commendans; rogans mortuo liceat in consortium coelitum adscribi. Quae littere mortui manui inseruntur; unaque cum iis, tamquam eas diuo Petro Vitae Innocentiaeque suae testes redditurus, sepelitur. Emuntur autem magno tales littere; neque cuiquam nisi soluenti pecuniam conceduntur. Quo fit, ut pauperes eas non accipiant, scribuntur lingua Dalmatica. Earum formulam, ex ea lingua translatam in Latinam a Georgio Ticinensi Lithphano, infra suscribi iussimus:

«MACARIVS Dei gratia Ecclesiarum Domini Dei nostri in hoc corruptibili mundo uicarius, tibi Petro qui olim summus Christi in terris uicarius extitisti, notificamus: quod nuper non sine ingenii moerore, Dilecti filii Ecclesiae Dei, nobis rettulerunt; quendam Nicolaum Gregorii Filium, hanc miseriis plenam uitam reliquisse; in aliumque felicem ac deliciis plenum mundum commigrasse. In quo fidelium omnium animulae, omnibus desiderato Domini nostri Jesuchristi, eiusque matris incorruptae intuitu frui ac gaudere numquam cessant. Quas opera tua in regnum coelorum, cuius ianitor et clauiger existis, esse admissas receptasque nemo ambigit. Nam eam clauium potestatem, ipse humani generis restauratos, tibi iam in coelis uero in terris indubie concessit, quos suarum Ecclesiarum in hoc mundo presides esse uoluit.

Cum igitur officii nostri sit ad te, de conuersatione eorum qui relicto hoc mundo istuc commigrant, rescribere, ideo, indubiam tibi litteris his nostris fidem facimus Nicolaum Gregorii Filium, toto tempore uitae suae pie ac christiane uixisse, neminem offendisse, ac omnia Ecclesiarum Dei praecepta, diligenter obseruasse. Quem, prius quam deo conditori suo spiritum commodaticium reddidisset, ab omnibus suis peccatis, quibus diuinam Maiestatem aliquando offendit, absoluimus. Et, propterea iustum esse censemus, quod in conspectum Domini Dei conditoris nostri admittatur; electorumque Dei numero tuis meritis precibusque adiutus, adscribatur. Quod ut pro more officioque tuo facias, supplices petimus. Datum, etc. Sub manu, et sigillo nostro.»” (Alveolus. Manuscrito escurialense S-II-18, Madrid, FUE, 1982, 33-35.)



„Die Ruthenen sind ein Volk der Moskoviten in der Nachbarschaft der Polen, dessen König sie als ihren Herrn anerkennen. In religiösen Dingen erkennen sie den Patriarchen von Konstantinopel an, und folgen seine Riten, Zeremonien und Institutionen. Ihr Region heißt jetzt Land der Russen. Sie sprechen die dalmatinische [kirchenslawische] Sprache, die im ganzen Osten weit verbreitet ist. Ihr Schreiben ist eine Mischung des griechischen Alphabets und der Buchstaben der barbarischen slawischen Sprache, wie sie es nennen. Dieses Volk hat einen lächerlichen Totenritus. Die Verwandten und engen Freunden des Verstorbenen erhalten einen vom Erzbischof der Diözese gesiegelten und unterschriebenen Brief, den der Erzbischof an Sankt Peter anschreibt, und in dem er den Verstorbenen in seine Freundschaft und Gesellschaft empfählt. Sie liegen diesen Brief in die Hände des Verstorbenen, und begraben ihn zusammen mit dem, als ein Zeugnis seines Lebens und Unschuld. Diese Briefe haben einen hohen Preis, und werden nicht gewährt, nur denen, die es bezahlen. Damit haben die Armen keinen Zugang zu ihnen. Sie werden in der dalmatinischen Sprachen erfasst. Ihr Text, übersetzt von Georg von Pavia aus dieser Sprache zu Latein, ist wie folgt:

»Makarios, durch die Gnade Gottes Stellvertreter der Kirche von Gott unser Herr in dieser vergänglichen Welt, geben wir es dir kunde, o Peter, der einst in diesem Land der höchste Stellvertreter Christi warst, dass vor kurzem wurden wir von einigen geliebten Kindern der Kirche Gottes besucht, die mit großen Schmerzen erzählt haben, dass ein bestimmter Nicholas, Sohn Gregors dieses Leben voller Elend verlassen hat, und wanderte in das glückliche Jenseits voller Freunde, wo die Seelchen aller Gläubigen nicht aufhören, sich der von uns allen gewünschten Vision unseres Herrn Jesus Christi und seiner unbefleckten Mutter zu erfreuen. Zu welcher ohne Zweifel du empfängst und lässt sie ein, als Torwächter des Reiches der Himmeln, da in dein Hand wurde die Macht der Schlüssel auf der Erde und im Himmeln vom Erneuer der Menschheit hinterlegt, der dich in dieser Welt der Überlegene seiner Kirche sein wollte.

Als es unsere Pflicht ist, über das Verhalten derer, die von dieser Welt zu derjenigen überziehen, dich zu berichten, lassen dir es ohne Zweifel bekannt sein, und bescheinigen wir es mit Glauben, dass Nicholas, Sohn Gregors, auf frommer und christlicher Art in der ganzen Zeit seines Lebens gelebt hat, niemandem wehtun, und alle Gebote der Kirche Gottes sorgfältig beobachtete. Und bevor er seine Seele an Gott, seinem Schöpfer auslieferte, haben wir ihn von allen Sünden absolviert, mit denen er jemals Seine Göttliche Majestät beleidigt hatte. Deshalb halten wir es für richtig, ihn in die Gegenwart Gottes, unseres Herrn zuzugelassen, und in die Zahl der Auserwählten einzuschreiben, mit Hilfe deiner Verdienste und Gebete. Wir beten zu dir, es zu gewähren, und zwar mit deiner üblichen Gnade und Herablassung. Datum usw. Von unserem Brief und Siegel.«“


Unsere Phantasie wird durch den honen Preis erregt, den man für diese Briefe an den Erzbischof zu bezahlen musste, und der sie an die Armen unzugänglich machte. Wie war der Schwarzmarkt dieser Briefe, die Grabräubereien, die Beseitigung des Namens des Verstorbenen in den Briefen, und ihr Legen in die Hände eines anderen, weniger wohlhabenden Verstorbenen, die raffinierten Techniken der Fälscher von Signaturen und Segel, mit denen sie den Torwächter des Himmels selbst irreführten… Oder ist vielleicht diese Ide völlig undenkbar für einen Ruthene, und kann nur in der pikaresken iberischen Phantasie entstanden?

Aber wenn ja, wie könnte einer dieser Briefe in die Hände von Don Antonio hinkommen?


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Unsere Abbildungen sind Prozessionsfahnen von ruthenischen Dörfer in der Sammlung des Lemberger Ikonmuseums


Die europäische Tracht


Einer der weltweit besten Sprachbücher ist Der kleine Prinz. Es wurde sogar in die kleinsten Sprachen übersetzt worden, und fast alle haben eine Hörbuch-Version. Seine Struktur, als ob es wirklich für ein Sprachbuch bestimmt wäre, es geht vom Einfaches in Richtung des Komplexes. In der Armee, um die schleppende Zeit totzuschlagen, habe ich von ihm Französisch gelernt, und ich weiß noch immer auswendig die ersten Kapitel. Später habe ich es benutzt, Chinesisch zu lernen, Persisch zu üben in der schönen Übersetzung und Rezitation des großen modernen Dichters Ahmad Shamlou, und Italienisch zu unterrichten. Ich habe es in mehreren Übersetzungen, unter anderem in Wiener Dialekt, auf Baskisch, in der römischen Umgamgssprache, und in assyrischer Version. Aber auf Türkisch hatte ich es irgendwie noch nicht. Nicht dass es schwierig sein würde, es zu erhalten. Am Ende des letzten Jahres ist das Copyright der Werken von Saint-Exupéry, der 1944 gestorben worden ist, abgelaufen, und in den ersten Januartagen veröffentlichten dreißig türkische Verläge das Buch in neue Übersetzungen, in mehr als 130.000 Exemplaren. Die günstigste Ausgabe ist zum Verkauf für 1 Lira, weniger als die Hälfte eines Euro.


Wenn jemand eine türkischsprachige Küçük Prens braucht, sollte es jetzt kaufen. Und nicht nur wegen des Preises, sondern auch, weil – wie Kaya Genç weist darauf in seinem Blog hin – das ist die erste Ausgabe, die schließlich einen für 70 Jahre verwurztelten Übersetzungsfehler ausbessert. Der Fehler ist, versehentlich, genau in demjenigen Kapitel, wo der Autor die Türken erwähnt, wie folgt:


„Ich habe tatsächlich Grund zu der Annahme, dass es sich bei dem Planeten, von dem der kleine Prinz kam, um den Asteroid handelt, der als B-612 bekannt ist. Dieser Asteroid wurde lediglich ein Mal durch ein Teleskop gesehen. Von einem türkischen Astronom im Jahre 1909.

Danach präsentierte der Astronom seine Entdeckung bei einer großen Vorführung auf dem Internationalen Astronomischen Kongress. Allerdings trug er eine türkische Tracht und somit wollte niemand seinen Worten glauben. Erwachsene sind nun mal so…

Doch zum Glück für den Asteroiden B-612, erließ der türkische Diktator ein Gesetz, welches seine Untergebenen unter Androhung des Todes zwang, ab sofort europäische Kleidung zu tragen. Also hielt der Astronom seinen Vortrag im Jahre 1920 erneut, gekleidet in imposanter Aufmachung und voller Eleganz. Diesmal wurde sein Bericht von jedermann akzeptiert.“



Der „türkische Diktator“ ist natürlich Kemal Atatürk, der Schöpfer des säkularen türkischen Staates, der in seinem „Hutgesetz“ von 1925 das Tragen des Fez, des Schleiers und anderer traditionellen Kleidung verbotete. Allerdings haben die Diktatoren die seltsame Angewohnheit, dass sie nicht lieben, Diktatoren genannt zu werden. In der Türkei existiert noch das Gesetz, das die Beleidung Atatürks mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft. Es ist daher verständlich, dass die Übersetzer diesen Ausdruck bisher vermeidet haben.

Ahmet Muhip Dıranas, der türkische Übersetzer Baudelaires, der 1953 Den kleine Prinz zunächst übersetzte für das Magazin Çocuk ve Yuva (Kind und Heim), das zur Unterstützung der Waisenkinder der Soldaten des Ersten Weltkrieges gegründet wurde, versuchte den Unmut der Waisen, die zu diesem Zeitpunkt schon über vierzig waren, auf der folgenden Weise abzubiegen:

„Glücklicherweise begannen die Türken, unter der Anleitung eines großen Führers, sich als Europäer anzukleiden…“

Die nächste Übersetzung, die 1995 von Tomris Uyar und Cemal Süreya vorbereitet wurde, formuliert es etwas anders:

„Ein türkischer Führer, der keinen Widerspruch ertrug, hatte einen Tag ein Gesetz ausgestellt: von nun an sollten alle als Europäer gekleidet sein, ansonst wurden sie zum Tode verurteilt.“

Die Übersetzung von 2015, schreibt Kaya Genç, gibt schon genau den originalen französischen Satz wieder. „Bis jetzt wurden keine Beschwerden eingereicht“, beendet er seinen Post. In der Tat ist dies nicht genau so.


Ein offizieller Protest gegen das Buch wurde angemeldet, und sogar nicht von der deutlich sekulären Armee, oder von einer engagierten Atatürk-Fanclub. Die Website der Gewerkschaft der Türkischen Bildungs- und Wissenschaftsarbeiter veröffentlichte den Anspruch, das Buch, das das verbotene Wort enthält, aus der Liste der vom Ministerium für Bildung für die Schulen empfohlenen Bücher zu entfernen.

Die Diktatoren haben lange Hände, und auch weither versuchen sie zu verhindern, die Dinge mit ihren Namen zu benennen. Genau damit enthüllen sie, das sie sind, was sie sind.

Karikatur von Selçuk Erdem

Fortführung…

Das Lächeln der Madonna


In Rom, hinter der Hl. Klement-Kirche, wo die Straße steil aufwärts zur mittelalterlichen Abtei der Santi Quattro Coronati, und darüber weiter zur an der Stadtmauer stehenden Lateranbasilika führen beginnt, steht eine seltsame, verwitterte kleine Kapelle an der Ecke. Sie ist seltsam, denn sie ist offenbar Jahrhunderte älter als das Haus, zu welchem sie gesteckt wurde, aber auch wegen seiner Inschrift. Die meisten Straßenkapellen, Kreuze und Bildsäule bitten um Gebete zu einem bestimmten Zweck, und versprechen dafür eine bestimmte übernatürliche Unterstützung. Das auf die Marmortafel der kleinen Kapelle geschnitzte Gedicht, fordert jedoch den Passant nur auf, um sozusagen ohne jedes Interesse die Madonna zu grüßen.


Il sorriso di Maria
A questi luoghi allieterà
Se chi passa per la via
«Ave o Madre» a lei dirà.

Das Lächeln von Maria
wird diesen Ort durchglänzen
wenn wer auf der Straße passiert
„Ave, Mutter“ ihr sagen wird.


Giambattista Nollis Karte von 1748, unser Begleiter durch die Geschichte von Rom, zeichnet die Kapelle nicht, zumindest versieht er sie mit keiner Nummer. Es ist aber nicht unmöglich, dass sich der hervorstehende kleine Haken an der Ecke auf sie bezieht. Auf Antonio Tempestas Karte von 1593 kann mann aber die halbkreisförmige Kapelle an der Ecke deutlich erkennen, damals noch vor einem Garten oder Feld, gegenüber eines Wohnhauses, etwa auf halbem Weg zwischen der Hl. Klement und der Ss. Quattro Coronati.



Die kleine Straße trägt seit fast dreitausend Jahre den Namen via Querquengetulana, oder via dei Querceti nach dem Eichenwald, der auf Nollis Karte noch sichtbar ist. Nach Ferdinand Gregorovius monumentales achtbändiges Werk über das mittelalterliche Rom, wurde es aber seit dem frühen Mittelalter auch vicus Papissae, die Straße der Päpstin genannt, und zwar weil das Haus gegenüber zur Matrone der Familie Papa gehörte.

Erst im 11. Jahrhundert enstand eine andere Erklärung für den Namen der Straße, die dann ganz Europa in Aufregung versetzte. Der Dominikaner Jean de Mailly aus Metz erwähnt in einer Randnotiz seiner Weltchronik von 1099, dass er eine Geschichte gehört hatte, die er noch überprüfen muss. Demnach ist die Erklärung der Inschrift PPP auf einem Stein in Rom (eigentlich pecunia propria posuit, „errichtet auf eigene Kosten“), dass eine als Mann gekleidete Frau zum Papst gewählt wurde, und als sie während dem Reiten öffentlich ein Kind gebar, wurden beide vom Volk getötet, und auf ihrem Grab aufgeschrieben: Petre Pater Patrum, Papissae Prodito Partum – „Peter, Vater der Vater, enthüll die Geburt der Päpstin“. Es scheint, dass die Fremdenführer Roms bereits im 11. Jahrhundert hart für ihr Geld gearbeitet haben.

Die Story zog aber in die Skandalchronik des Mittelalters in jener Form hinein, die ihr von seinen Kollegen, dem Dominikaner und Bischof von Gniezno, Martin von Troppau im 13. Jahrhundert gegeben wurde. Martinus, offensichtlich unter der Inspiration des Namens der während seiner Amtseinführung in Rom gesehenen kleinen Straße, wollte schon auch den genauen Ort wissen, wo dieses unglaubliche Ereignis geschah, von dem vor vierhundert Jahren niemand gehört hatte.

„Post hunc Leonem Iohannes Anglicus nacione Maguntinus sedit annis 2, mensibus 7º, diebus 4, et mortuus est Rome, et cessavit papatus mense 1. Hic, ut asseritur, femina fuit, et in puellari etate Athenis ducta a quodam amasio suo in habitu virili, sic in diversis scienciis profecit, ut nullus sibi par inveniretur, adeo ut post Rome trivium legens magnos magistros discipulos et auditores haberet. Et cum in Urbe vita et sciencia magnis opinionis esset, in papam concorditer eligitur. Sed in papatu per suum familiarem impregnatur. Verum tempus partus ignorans, cum de Sancto Petro in Lateranum tenderet, angustiata inter Coliseum et sancti Clementis ecclesiam peperit, et post mortua ibidem, ut dicitur, sepulta fuit. Et quia domnus papa eandem viam semper obliquat, creditur a plerisque, quod propeter detestationem facti hoc faciat. Nec ponitur in cathalogo sanctorum pontifcum propter mulieris sexus quantum ad hoc deformitatem.“

„Nach Leo [IV., 847-855] war der in Mainz geborene Johann Anglicus Papst für zwei Jahre, sieben Monate und vier Tage. Er starb in Rom, und danach gab es Vakanz im Papsttum für ein Monat. Es wird behauptet, dass dieser Johann eine Frau war, die als Mädchen in der Kleidung eines Mannes von ihrem Liebhaber nach Athen geführt wurde. Dort wurde sie in einer Vielfalt der Wissenszweige bewandert, so dass sie keine gleiche hatte, und nachdem unterrichtete sie in Rom die freien Künste und hatte große Meister unter ihren Studenten und ihrem Publikum. Eine hohe Meinung von ihrem Leben und Lernen enstand in der Stadt, und sie wurde zum Papst gewählt. Als Papst wurde sie jedoch schwanger von einem ihrer Höflinge. Als sie die genaue Zeit, wann die Geburt zu erwarten war, nicht kannte, hat sie ein Kind in einer kleinen Gasse zwischen dem Kolosseum und der Hl. Klement-Kirche geboren, als sie in einer Prozession von Petersdom zur Lateran ging. Nach ihrem Tod wurde sie im gleichen Ort begraben. Der Papst immer vermeidet diese Straße, und es wird von vielen angenommen, dass er dies aufgrund der Abscheu dieses Ereignisses tut. Noch ist sie auf der Liste der heiligen Päpste aufgenommen, sowohl wegen ihres weiblichen Geschlechts, und wegen der Garstigkeit des Skandals.“

Die Päpstin gebärt ihr Kind auf Jacob Kallenbergs Illustration zur Boccaccios De claris mulieribus (1533), und die Päpstin (Johanna Wokalek) in Sönke Wortmanns Film Die Päpstin (2009)


Die von der Lateran, dem Pfarrhaus des römischen Pontifex zum Petersdom, der heiligsten Wallfahrtskirche von Rom führende feierliche Route hatte eigentlich drei Versionen auf dieser Strecke. Die spektakulärste, die via S. Giovanni in Laterano, die 1588 von Sixtus V. zu Via Papalis erhöht wird, war im Mittelalter unpassierbar wegen die Ruinen des Ludus Magnus, der Gladiatorenkaserne neben dem Kolosseum. Aus Mangel an dieser gab es zwei alternative Routen: die malerische via Ss. Quattro Coronati – die wir auch während unserer Tour im Caelius folgen werden –, die jedoch wegen seiner extremen Steilheit nicht zu feierlichen Märschen geeignet war; und die alte Hauptstraße, die Via Labicana, wo jetzt die Straßenbahn zwischen der Lateran und dem Kolosseum verkehrt. Die mittelalterlichen Päpste wählten natürlich die letztere, aber das Volk von Rom suchte eine rationale Erklärung dafür, warum der Papst nicht die kürzere Route folgt, wie alle anderen. Und die, die suchen, werden finden.

Die Abtei Ss. Quattro Coronati, noch einsam auf dem Hügel Caelius, vor dem Bodenspekulation und Urbanisierung des späten 19. Jahrhunderts. Nun, das war der wirklich saftige Skandal im Caelius!

Die Legende der Päpstin wurde schließlich nicht von den Katholiken, sondern von den Protestanten mit den Methoden der humanistischen Textkritik widerlegt. Onofrio Panvinio, der großer römische Historiker aus dem 16. Jahrhundert hat sie noch für authentisch angenommen, und er versuchte lediglich, seine Details zu verschönern. Der Hugenotte David Blondel hat aber ihre Falschheit am Anfang des 17. Jahrhunderts deutlich ausgewiesen, und seitdem haben auch die Päpste seine Erwähnung zensiert.

Das Volk von Rom aber weiß, was es weiß. Päpste und Wissenschaftler kommen und gehen, die vicus Papissae wurde bis Militärspital erweitert, was durch Bodenspekulation errichtet wurde, ein Wohnblock wurde an der Stelle des Gartens gebaut, aber die Kapelle ist immer noch da. Das Caelius-Viertel, das erst am Ende des 19. Jahrhunderts in die Blutbahn der Stadt aufgenommen wurde, hält noch viele alte Traditionen und Gebäuden am Leben, die in anderen Teilen der Stadt schon vergessen sind. Wegen der Unterbindung kann der Grund der Gründung nicht angegeben werden, aber jeder ist vertraut mit ihm, und ihre Restauratoren aus dem 18. Jahrhundert bitten nur um einen Gruß an die Madonna, um die schlechte Erinnerung des Orts auszutreiben.

Durch die aufgesprengten Eisentore der Kapelle von rissigen, römisch-rot gemalten Wänden hineinguckend, kann man ein Madonna-Fresko sehen, dessen Alter ist schwer zu sagen, aber vielleicht kann es zum Ende des 15. Jahrhunderts datiert werden. Ihre Gesichtszüge sind bereits verwischt worden, aber ihr Lächeln durchglänzt noch die auf dem Tor angesteckten trockenen Blumen und Votivbänder, und die reich auf dem Ziegeldach und in den Rissen des Pflasters wächsende Mittelmeerflora, das Gedächtnis des verschwundenen Eichenwaldes.


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