Die ewige Stadt


Mit Beschluss des Illustren Monsignor Presidente delle Strade ist es untersagt für jede Person, Dreck auf diesen Platz zu werfen, unter den in der Verordnung vom 8 September 1759 bestimmten Strafen.

Mit Beschluss des Illustren und Reverenden Monsignor [Paolo] Passionei Presidente delle Strade ist es untersagt für jede Person von jedem Rank, auf diesen Ort und Stelle Dreck jedweder Art zu werfen oder werfen lassen, und hier Müllabladeplatz zu schaffen, unter Strafe von fünfundzwanzig Scudi, und anderen Strafen nach dem Willen Seines Illustren Herrschafts, nach die am zwanzigsten Tag des laufenden Monats veröffentlichten Verordnung, eingegliedert ins Gesetzblatt vom Straßennotar [Gioacchino] Orsini am 23. September 1762.

Mit Beschluss der Illustren und Reverenden Monsignor Presidente delle Strade ist es untersagt für jede Person, hier Müllabladeplatz zu schaffen, und auf diesen Ort Dreck zu werfen, unter den am 5. Juni 1761 im Gesetzblatt vom Straßennotar [Gioacchino] Orsini bestimmten Strafen.

Mit Beschluss der Illustren Monsignor Presidente delle Strade ist es untersagt für jede und jegliche Person von jedem Rank, auf diesen Ort und seine Umgebung unter irgendeinem Vorwand Dreck zu werfen oder werfen lassen, unter den in den Ankündigungen und in der am 26 Oktober 1741 veröffentlichten und hier ausgehängten Verordnung Strafen.

Mit Beschluss des Monsignor Presidente delle Strade ist es untersagt, hier Müllabladeplatz zu schaffen, unter Strafe von fünfzehn Scudi, und anderen, in der am 22 Mai 1761 veröffentlichten Verordnung enthaltenen Strafen.

Bitte werfen Sie keinen Müll hier

Bitte sehr, werfen Sie hier keine Art von Materialen. Es ist kein Müllabladeplatz. Danke.

Bitte räumen Sie Ihren Kot nach sich

Lassen Sie den Müll nicht hier. Er füllt sich mit Mäusen. Die Müllabfuhr wird von Tür zu Tür durchgeführt. Danke.


Neujahr in Prag



„Am nächsten Morgen des 6. Juli [1636] zogen wir früh von dort [Böhmisch Brod / Český Brod] aus nach Prag und aßen dort zu Mittag. Bevor wir die Stadt erblickten, waren wir fünf niederländische Meilen [ca. 30 Kilometer] durch schöne Ebenen und Auen gereist. Die Stadt ist von Hügeln und Felsen umgeben, alle mit Weinreben bepflanzt. Zu Prag gehören drei Städte, Neustadt, Altstadt, und die Sloßstadt. Die Neustadt betraten wir durch en prächtiges Tor und gingen dann in die Altstadt zu der Unterkunft Seiner Exzellenz [Sir Thomas Howard]. Dort wurde uns gesagt, dass diese Stadt hauptsächlich von Juden bewohnt wird, die dort vier Synagogen hätten. In einer sah ich einen Rabbi ein Kind beschneiden. Uns wurde berichtet, dass durch den zuvor erwähnten Sturm und Hagelkörner, so dick wie Fäuste, alle Früchte wie Getreide und Weinreben in den vorderen Landesteilen verdorben worden seien. Bei diesem Sturm gingen auch einige Kälber verloren. Zwischen dieser und der Schloßstadt fließt einer schöner Fluss namens Moldau. Darüber führt eine stattliche steierne Brücke – in ihrer Länge der London Bridge gleich –, die Seine Exzellenz auf seinem Weg zur Ketschin [Hradschin/Hradčany], einer stattlichen, auf einem hohen Hügel liegende Festung, in der der König von Böhmen lebte, überquerte. Zuerst passierten wir drei ansehnliche Vorhöfe. In einem der Tore stand ein Trupp Soldaten, im Hof dahinter aus Bronze gearbeitet der Heilige Georg auf einem Pferderücken auf einem Brunnen. Wir betraten eine geräumige Halle, in der sich viele schöne Läden wie zu Westminster befinden, ihr Gerichtshof aber ist in anderen benachbarten Räumen. Von dort ging es weiter durch prächtig ausgestattete Räume, deren Wände mit Bildern behangen waren, und ein Raum, der mit Portraits englischer Adeliger ausgestattet war, die zurückzulassen man den König von Böhmen [Friedrich, Kurfürst von Pfalz, 1619-1620] gezwungen hatte.“

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Das ausführliche Programm unserer Prager Neujahr-Reise wurde zusammengesetzt. Für einen glücklichen Anfang und ähnliche Fortsetzung des neuen Jahres machen wir uns auf den Weg sofort nach der Erholung von der Silvesternacht, und am Wochenende von 2-4. Januar besuchen wir all das, was Sir Thomas Howard, Botschafter des englischen Königs, und sein Sekretär William Crowne während ihrer Reise von 1636 gesehen haben. Und auch vieles mehr, alles, was die folgenden vier Jahrhunderte zu Prag zugesetzt haben.

Bei dieser eresten Gelegenheit unserer Serie von urban exploration in Prag werden wir das historische Zentrum durchwandern, von Haus zu Haus: die Altstadt, mit besonderer Achtung auf den ehemaligen jüdischen Viertel, die Kleinseite, die Straßen unter der Burg, die wenig bekannte Welt von Pohořelec und Nový Svět. Unser Fokus liegt auf der Struktur und historischen Veränderungen der Stadtviertel, dem mittelalterlichen „Königsweg“ vom Pulverturm zum Hradschin, der Geschichte der mittelalterlichen und Renaissance-Häuser, der großer Stadtplanung am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhnuderts und ihre Ergebnisse, und die Orte der kommerziellen, literarischen und gesellschaftlichen Lebens auf der Jahrhundertwende, mit besonderem Bezug auf die verschwundenen deutschen und jüdischen Einwohner. Im ehemaligen jüdischen Viertel – die aktuelle Palastviertel um Parížská und Široká Straße – werden wir die verschwundene jahrhundertelange Struktur, Geschichte und Leben mit alten Karten, Fotos und Berichte rekonstruieren. Natürlich werden wir auch über die für unsere spätere Wanderungen geplanten Themen nicht schweigen, wenn unser Weg so führt: die Gebäude der frühmodernen Architektur, die Orte der nazionalsozialistischen und sowjetischen Besatzung, oder des literarischen Lebens am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. Und da es wird voraussichtlich kalt sein, wir werden uns oft in einige mehr oder weniger bekannten traditionellen Kaffeehäuser, Kneipen und Restaurants einsetzen, wo wir über die Geschichte und Angebote des Ortes erfahren werden. Und was seit der Zeit von Sir Thomas Howard und William Crowne verloren gegangen war, werden wir an Ort mit alten Fotografien und Zeichnungen beleben.




Ich habe schon die Unterkunft für diejenige, die sich so weit angemeldet haben, ausgebucht, aber für einen kurzen Zeitraum ist es noch möglich, uns auf wang@studiolum.com beizutregen. Die Teilnahmegebühr beträgt 110 € (zwei Nächte in 4-Sterne-Hotel mit Frühstück + Führung), Einzelzimmerzuschlag 40 €. Diejenige, die es vor 1914 ausgelassen haben, die seitdem verschwundene Prag zu besichtigen, können es jetzt aufholen.


Türkische Kaffeeabende

Gül Baba Straße, Budapest, von hier

Wenn von den ungarisch-türkischen Beziehungen und den gemeinsamen Elementen der Vergangenheit der beiden Nationen die Rede ist, werden die meisten Ungarn sicherlich zwei Dinge erinnern: die Zeit der osmanischen Herrschaft (1526-1686), und die legendäre türkische Gastfreundschaft, mit der die ungarischen Kardeșler (Brüder) in den ganzen Türkei vom Basaar von Istanbul bis Antalya empfangen werden.

Damit beenden sich aber die ungarisch-türkischen Beziehungen nicht. Sie reichen viel weiter, sowohl in Raum und Zeit. Ihre erste Zeitperiode, lange vor der Ankunft der ungarischen Stämme ins Karpatenbecken rund 896, ist nicht nur durch das schon erwähnte sprachliche Erbe bestätigt, sondern auch durch die von Béla Bartók und, in jüngerer Zeit, von János Sipos geforschten Gemeinsamkeiten unserer Volksmusik. Diese musikalische Parallelen wurden eindrucksvoll für ein breiteres Publikum von der marokkanisch-ungarischen Volkssänger Majda Mária Guessous. vermittelt.


Das von Béla Bartók in Osmaniye gesammelte türkische Vokslied „Kurt paşa çıktı Gozan'a“ (Kurt Pascha zieht in Kozan ein), und seine ungarische Version, die von Zoltán Kodály in Hontfüzesgyarmat gesammelt wurde: „Üveg az ablakom, nem réz“ (Mein Fenster ist Glas, nicht Kupfer), aufführt von Majda Mária Guessous. Siehe hier das Video.

Dieses orientalische Erbe steht in scharfem Kontrast zu den hundertfünfzig Jahren der osmanischen Herrschaft, deren indirekte Wirkung ist noch zu spüren, und die, streng genommen, ein bißchen früher begann und ein bißchen später endete, als es in der öffentlichen Meinung lebt: das frühere mit der zweiten, und diesmal erfolgreichen Belagerung von Belgrad im Jahre 1521, und das letztere mit dem Friede von Passarowitz in 1718, der die osmanischen Herrschaft auch im letzten Gebiet des historischen Ungarns, im Banat von Temesch beendete. Und die Zeitrahmen der direkten Beziehungen können noch weiter verbreitet werden, von den ersten militärischen Kontakten in den 1370er Jahren, und der anschließenden Entwicklung des südlichen Festungssystems, bis zum „letzten ungarisch-türkischen Krieg“, der 1791 beendet wurde.

Die Erinnerung an den Feindseligkeiten wurde im 19. Jahrhundert zunehmend durch einer neuen pro-türkischen Annäherung überschrieben, nicht unabhängig von der zeitgenössischen Politik (wie wir es auch in Verbindung mit Sándor Kégls persische Reise erwähnt haben.), als ein neues Kapitel des Nationalismus und der Suche nach die historischen Wurzeln der Nation. Diese Suche, sowie der beliebte Orientalismus des 19. Jahrhunderts wurden zur Quelle der kräftigen ungarischen Orientalistik. Es ist interessant, dass, obwohl die während der zentralasiatischen Reisen von Ármin Vámbéry gesammelten Kenntnisse für die Idee des Panturanismus einen Anstoß gaben, diese war nie so stark in Ungarn, wie in Finnland oder Japan, wo sie große Popularität genoß (der finlandische panturanische Verband hatte vierzigtausend Mitglieder vor dem Krieg), oder in der Türkei, wo es für eine Weile die offizielle Ideologie war.


Dies und vieles mehr wurde von Pál Fodor, Turkologist und Historiker, Generaldirektor des Instituts für Geschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in seinem Vortrag „Ungarn und Türken in den Augen voneinander“ dargestellt. Der Vortrag wurde am 3 December in der Serie der Türkischen Kaffeeabende im Bobula-Palast des Yunus Emre Enstitüsü, das nach dem türkischen Sufi-Mystiker und Dichter genannte türkische Kulturinstitut veranstaltet.


Die jetzt vier Jahre alte Serie begann in vorbildlicher Weise als Bürgerinitiative. Ildikó Rüll und Ágnes Tóth, die Anglistik und Internationale Studien absolviert haben, organisieren sie von Monat zu Monat mit großer Begeisterung und Liebe für die türkische Kultur. Dank zu ihrer Anstrengung hat die Serie zum Flaggschiff des türkischen Kulturinstituts geworden. Vor der Vorlesung haben wir mit ihnen über die Kaffeeabend gesprochen, und Ágnes Tóth, die in der Zwischenzeit ist zu einer Vollzeit-Mitarbeiterin des Instituts geworden, äußerte auch über seine Betätigung.

Ágnes Tóth

Wann wurde das Institut gegründet, und welche sind seine Hauptziele und Programme?

Ágnes Tóth: Das Institut wurde offiziell im September 2013 eröffnet, aber wir hatten schon vorher eine Reihe von kulturellen Programmen organisiert. Die Kaffeeabende waren das erste Programm, das man in diesem Gebäude veranstaltet hat. Wir haben auch andere regelmäßige monatliche Veranstaltungen, wie die türkischen Filmabende, oder die „Yunus Emre-Gespräche“, nur in Türkisch. Wir haben auch einige Sonderereignisse, und nehmen an solchen populären Programmen wie die Nacht der Museen Teil, aber wir wollen auch mit anderen Veranstaltungsorten und akademischen Institutionen zusammenarbeiten. Im März hatten wir einen „Gül Baba Tag“, an dem wir mit der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eine gemeinsame Konferenz sowie ein Konzert veranstaltet haben. Darüber hinaus unterrichten wir auch Türkisch. Vielleicht weichen wir von den anderen ähnlichen Institutionen darin ab, dass unsere Sprachlehrer sind ausschließlich Türken. Ja, jetzt haben wir auch einen ungarischen Lehrer, aber er hat auch in der Türkei gelernt, und wir fordern unsere Lehrer, akademische Qualifikationen an türkischen Universitäten und Diplom in türkischer Sprache und/oder Literatur zu haben.

Wie seht ihr, wie ist die Altersstruktur des Publikums an den Kaffeeabenden und anderen Veranstaltungen des Instituts?

Á. T.: Das hängt wirklich von den Programmen an. Zum Beispiel, die Filmabende werden von vielen jungen Leuten besucht, aber das Publikum der Kaffeeabende ist variabel, von den Studenten bis Leute in den siebziger Jahren. Ebenso haben wir im Tanzhaus und an den Sprachkursen Gymnasialschüler und Leute über siebzig. Es ist also sehr vielfältig. Natürlich versuchen wir, auch die junge Generationen zu erreichen, aber wir wollen nicht die wissenschaftlichen Themen zurückdrängen. Im Bereich der Musik wollen wir auch ein breites Spektrum aufweisen, von den Klassikern über Volksmusik bis Jazz. Wir haben schon alle Arten von Konzerten gehabt.

Wie haben sich die Kaffeeabende begonnen? Wie ist die Idee gekommen?


Ildikó Rüll

Ildikó Rüll: So Ági wie ich lebten in der Türkei, wir beide sind in seine Kultur verliebt, und beide kam nach Hause sehr begeistert, und waren auf der Suche nach Gelegenheiten, um diese Kultur auch zu Hause zu treffen. Wir trafen uns an einem dieser Ereignisse, und wir beschlossen, etwas regelmäßiges zu organisieren. Dies ist, wie die Kaffehausgespräche an jedem ersten Mittwoch veranstaltet wurden. Wir wollten einen unverbindlichen Gesprächsabend aufzustellen, jedes Mal ein Thema von dieser riesigen, kulturell vielfältigen Palette auswählend, dazu wir einen Experte einladen, aber wir bitten ihn, das Thema in nur 30 Minuten vorzustellen, und der Rest ist durch den Fragen des Publikums strukturiert, so dass diese Abende sind meist sehr interaktiv. Ich erinnere mich, wir begannen mit acht Teilnehmern, auf der Galerie eines kleinen Teehauses sitzend, es war sehr gemütlich. Später wurde das Gerücht verbreitet, jeder hat mehr Menschen eingeladen, wir wanderten von Ort zu Ort, und seit dem vergangenen Februar sind wir ständig hier. Das Institut war damals noch nicht offiziell eröffnet, aber wir waren froh, weil dies ist der beste Ort für diese Reihe, und sie waren auch froh, denn diese ist immer die Hauptveranstaltung des Instituts. Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben, in vier Jahren eine ziemlich gute Basis zu ausgestalten. Wir sehen viele Stammgesichter, eine Gemeinschaft wurde gebildet, und wir auch lernen viel von dieser Nächten, weil keiner von uns ein Expert der Turkologie ist. Die Themen folgen unseren Interessenkreis, aber das Publikum kann auch Themen vorschlagen.

Á. T.: Und es ist auch wichtig, zu welchem Thema wir einen Redner finden, weil es gibt eine Vielzahl von Themen, die uns interessieren, aber es gibt keinen Expert darin.

Warum genau die türkische Kultur?

Á. T.: Wir selbst wissen noch nicht die Antwort auf diese Frage. (lacht)

I. R.: Ich pflegte zu sagen, dass es gibt Dinge, die man muss nicht unbedingt rational erklären.

Á. T.: Wir haben keine Familienbeziehungen. Unsere Story war einfach, dass wir beide nach Türkei furehn, und uns in sie verliebten. Ich war dort zunächst an einer Sommeruniversität, die von einer Studentenorganisation veranstaltet wurde. Es war denn, dass ich mich in das Land verliebte, und seitdem versuche ich, so oft wie möglich wiederzukehren.

I. R.: Und mein erstes Mal war eine private Reise. Vielleicht ist das, warum die türkischen Kaffeeabende so erfolgreich sind, weil wir es in einem anderen Licht betrachten, in der Tat ist jeder ein Außenseiter. Deshalb wollen wir unverbindliche Gespräche veranstalten, die bewusst von den akademischen Vorlesungen abweichen. Am Anfang sagen wir immer, dass es keine schlechten Fragen gibt, und jeder kann irgendwas fragen, und zu allem Bemerkungen haben. Oder wenn jemand denkt, dass er oder sie nur an den türkischen Kunsthandwerk interessiert ist, aber nicht an der Geschichte, dann nach ein paar Veranstaltungen können wir ihm zeigen, dass Geschichte und Literatur auch interessant sein kann, so können wir das Blickfeld derjenigen verbreiten, die sich bereits an den Themenkreis auf einer bestimmten Ebene interessiert waren.

Weißt ihr, wie viel ihr in der Türkei bekannt seid?

Á. T.: Nachrichten über das Institut erscheinen regelmäßig in der Türkei, denn es gibt eine Reihe von türkischen Nachrichtenagenturen, dessen Vertreter regelmäßig zu unseren Veranstaltungen kommen. Der erste Geburtstag des Instituts war zum Beispiel in der Türkei sehr stark angekündigt, aber ich weiß nicht, ob auch die Kaffeabende erwähnt wurden.

I. R.: Ich glaube, noch nicht, aber zum Glück in Ungarn sprechen immer mehr Leute über uns, und wir sind sehr froh, weil dies ist als eine Bürgerinitiative begonnen, hinter uns war niemand. Dies ist ein good news story, wie man eine solche Veranstaltung in Zusammenarbeit mit anderen starten kann.

Es war sicher nicht einfach, es zu finanzieren, vor allem am Anfang…

Á. T: Ja, zunächst gingen wir zu Orten, wo wir keine Miete bezahlen mussten, und wir haben immer eine Schokolade auf unser eigenes Geld für den Redner gekauft, die, nebenbei bemerkt, vorlesen ganz ohne Bezahlung. Und dann, als das Ereignis wuchs, mussten wir größere Orte finden, wo wir Miete, und auch für die Technologie, die Beschallung, den Projektor bezahlen mussten. Wir lösten dies, indem wir mehrere türkische Geschäftsläute aufsuchten – nicht nur einen Sponsor, da auf diesesr Weise hätten sie uns wahrscheinlich nicht unterstützt, aber einen anderen Person jeden Monat, der die kleine Mietegebühr für uns bezahlte, und im Gegenzug haben wir sein Logo dargestellt und ihren Namen verkündet. Aber es gab auch einige Gelegenheiten, bei denen wir keinen Sponsor finden konnten, dann sammelten wir Spenden. Wie auch Ildi sagte, wir hatten viele wiedrkehrenden Gäste, die wussten, dass wir schon seit vielen Jahren an dieser Reihe arbeiten, und dass wir es wirklich liebten. Wir haben eine kleine Schachtel am Eigang gestellt, und wir haben gesagt, dass wenn ihnen der Abend gefallen ist, sie sollten mit einer kleinen Spend dazu beitragen…

I. R.: …und in der Tat, jeder trug mit fünfzig Cent, ein Euro bei, damit wir die Summe für die nächste Miete gesammelt haben. So konnten wir die nächste Gelegenheit mit ihnen und für sie organisieren.

Wie habt ihr die Sponsoren gewählt? Habt ihr beispielweise versucht, einen Sponsor zu finden, der mit dem Thema des Abends in Verbindung stand?

Á. T.: Nein, wir suchten sie auf nur auf der Grundlage der Bekanntschaft.

I. R.: Da es wir beide neben unserer Hauptarbeit taten, es war nicht so bewusst auf einer thematischen Linie organisiert. Jetzt, als Ági im Institut arbeitet, versuchen wir, auch die Kaffeeabende zu den sich jeden Monat oder zwei Monate ändernden Themen des Instituts zu anpassen.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Plant ihr auch andere Programme, zum Beispiel Stadtführungen mit Schwerpunkt auf den osmanischen Monumenten von Budapest?

Á. T.: Die regelmäßigen Veranstaltungen des Instituts gehen weiter, und wir werden sicherlich an der Nacht der Musen teilnehmen. Wie bisher, werden wir versuchen, ein spezielles Thema für jeden Monat zu finden. Die nächste Mai wird beispielweise etwas Besonderes sein, denn wir konzentrieren auf die Gastronomie, es wird traditionelle Frühstücken, Abendessen, Kochkurse geben.

I. R.: Viele Leute kommen zu uns, und sagen, wie gut es wäre, wenn wir thematische Stadtrundfahrten organisierten, so dass wir denken darüber. In Wirklichkeit hängt alles von unseren Ressourcen an, ob wir auch auf dies konzentrieren können, und genug Energie haben, um es zu organisieren. Aber es wäre sehr gut, jetzt, wenn eine Gemeinschaft bereits durch die Kaffeeabende geschafft wurde, an der wir schon bauen können.


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Fotos des Abends von Dániel Végel auf der Facebook Site des Yunus Emre Budapest

Rosa Postkarten 8.


[11. Dezember 1914.]
Name des Absenders: K. Timó, Budapest, 1. Infanterie-Regiment
Adresse des Absenders: 9. Marschkompanie, 2. Zug

Adresse: An das geehrte Fräulein Antónia Zajác
III. Bezirk, Kis Korona Straße 52.
Budapest



Mein lieber Sohn,
Jetzt bin ich voll in grau ausgestattet. Heute, am Freitag mittags werde ich nach Érd marschieren. Vielleicht werde ich am Sonntag nach Hause kommen.
Nächste Woche marschiere ich los.
Wenn ich am Sonntag nicht nach Hause komme, dann komm du am Montag Mittag. Ich werde für dich am Tor warten, aber am Hintertor, mein Vater weiß, wo er ist.
Gott sei mit dir. Umarmungen und Küsse, Károly
Grüße an die Leute in der Werkstatt, auch dem alten Mann, und deiner Mutter und Schwestern.



Vorige Briefe (in grau auf der Karte angegeben):

Budapest, 2. Dezember 1914
Budapest, 28. November 1914
Budapest, 27. November 1914
Budapest, 18. November 1914
Budapest, 27. Oktober 1914
Debrecen, 25. September 1914
Szerencs, 28. August 1914
[Wie auch immer wenden wir die Karte, es atmet eine unausgesprochene Verzweiflung. Für den grauen Soldat der grauen Truppe, die in der nächsten grauen Tagen losmarschieren wird, gibt es keine wirkliche Hoffnung, zu Weichnachten zu bleiben. Wenn sie bis dann mindestens ein paar Mal sich treffen könnten! Nachdem kann nur der göttliche Eingriff und Glück helfen, nach so vielen Schrecken und Angst einander wieder zu sehen.


In Bezug auf das, was einer in dieser grauen Uniform an der Front erwarten soll, kann man die Artikel des Kriegsberichterstatters der Pesti Napló lesen. Es bedarf keiner besondren Phantasie.]

Der Winterkrieg. „Die frühen Erwartungen an eine schnelle Beendigung des Krieges wurden nicht erfüllt… Aber unsere Soldaten werden nicht mehr im Winter als im Sommer leiden. Es ist wahr, dass das Leben eines Soldaten ist nicht bloßer Genuß, aber schließlich sind unsere Junge auf dem Schlachtfeld, und nicht in einem Luxushotel…“

Nächste Postkarte: 21 Dezember 1914

Späti


Ein intelligenter, schöner Mann über einem dicken Buch gesessen bei später Stunde in der Goldschmiede an der Via delle Coppelli. Hier beginnt der Roman.

Regen in Rom


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Rosa Postkarten 7


Name des Absenders: Károly Timó, 1. Ungarische Köngliche Infanterie-Regiment
Adresse des Absenders: 9. Ersatzkompanie, 2. Zug

Adresse: An das geehrte Fräulein Antónia Zajác
III. Bezirk, Kis Korona Straße 52.
Budapest



am 2. December
Mein lieber Sohn.
Ich bin gerade von Szt.Lőrinc, aus der Übung gekommen. Es war ziemlich anstrengend, als ich auch die Ausrüstung mitbringen musste. Wir haben schon auch geschossen. Man sagt, dass wir auch Weihnachten hier verbringen werden, wenn nichts passiert, als wir die Graue [Uniform] nur am 15. bekommen werden. Wie geht es dir? Ich fühle mich gut, ich vermisse nur den schmu-Ju. Du kennst ihn, nicht wahr? Heute wollte ich nach Hause kommen, aber das Ausgehen wurde der ganzen Kompanie verboten, als es einen Kasernenarrest gab. Aber am Sonntag werde ich kommen, wenn möglich. Wenn nicht, dann so, wie wir es letzte Woche vereinbart haben, dass heißt, komm um fünf, aber zuerst schau auf uns.

Wie geht es deiner Mutter? Ist sie bereits besser?
Es gibt keine Nachrichten mehr, so schließe ich meine Zeilen.
Küsse und Umarmungen von deinem liebenden Károly.
Grüße an deine Mutter, Veronika und Mariska.
Sei gut, du M-us.


Vorige Briefe (in grau auf der Karte angegeben):

Budapest, 28. November 1914
Budapest, 27. November 1914
Budapest, 18. November 1914
Budapest, 27. Oktober 1914
Debrecen, 25. September 1914
Szerencs, 28. August 1914
„Dieser Tag ist ein Fest“
[Die vage und unbegründete Gerüchte nur steigern die Unsicherheit der Soldaten. Wenn sie am 15. Dezember die Graue, dass heißt, die für die Front bereite Marschuniform bekommen, dann wird es schon nicht genug Zeit geben, um vor Weihnachten abzumarschieren. Oder, im Gegenteil, es gibt genügend Zeit, um vor Weihnachten an die Front geliefert zu werden.

An der Nordfront gelingt es vielleicht, die russischen Truppen langsam über den Kamm der Karpaten zurückzudrängen. Deshalb warten sie immer noch in der Kaserne, wenn auch in der Graue, und hoffen insgeheim, dass die zur Auffüllung des 1sten Ungarischen Königlichen Regiments ausgebildeten Ersatzkompanien, Marschzüge, Marschkompanien, Landsturmbataillone, und die anderen, für die Zivilbevölkerung unlösbaren Einheiten noch bis Weihnachten in Budapest bleiben werden.

Nach so langer Zeit ist es schwierig, herauszufinden, was diese liebevolle Abkürzungen bedeuten. Wir werden nicht einmal versuchen.


Und schließlich ein Foto, auch vom Boden des Schuhkartons. Es stellt die in der Abschied am Ende der Postkarte genannten: nach links, die immer kranke Mutter, und nach rechts, Antónia (Janka). Die beiden Mädchen in der Mitte sind Mariska und Veronika (oder umgekehrt?)]

Nächste Postkarte: 11 Dezember 1914

Samtener Jahrestag


In fast allen osteuropäischen Ländern war 2014 das fünfundzwanzigste Jahr. Am 9 November fiel die Berliner Mauer, und am 17. November begann auf dem Prager Wenzelsplatz die Massenproteste, die ein Generalstreik geworden war, und bis zum Ende des Monats die tschechoslowakische kommunistische Führung stürtzte.


Gedenkfeiern haben während der ganzen Woche in Prag stattgefunden. Vor allem auf dem Wenzelsplatz, wo am Montag, 17 November sich Tausende versammelten (und auch gegen Präsident Miloš Zeman protestierten), und wo an der Statue des Heiligen Wenzels und am Jan Palach Denkmal unuterbrochen Kerzen beleuchtet werden.

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In der Wochenzeitung Respekt wurde ein Auswahl der Bilder veröffentlicht, die Karel Cudlín, ehemaliger persönlicher Fotograf von Präsident Václav Havel vor 25 Jahren gemacht hatte.

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Die enge Verknüpfung der Ereignisse von 1989 wird durch die Ausstellung des Nationaldenkmals auf dem Vítkov-Hügel illustriert, die darstellt, wie die nach Prag geflogenen Ostdeutschen im September 1989 erlaubt wurden, nach Westen weiterzufahren. Zusammen mit der ungarischen Grenzöffnung trug es zum Fall der Berliner Mauer bei, das dann zum Erfolg der Proteste von Prag beiwirkte.

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Die Buchhandlungen sind mit Biographien und Fotoalben von Václav Havel überschwemmt worden. In der Lucerna, die repräsentative Kulturpassage und Filmpalast neben dem Wenzelsplatz wurde ein einwöchiges „Filmfestival der Freiheit“ veranstaltet, das mit der feierlichen Premiere des ersten Films über Präsident Havels Leben, Život podle Václava Havla, „Das Leben nach Václav Havel“ endete. Der in Zusammenarbeit des Tschechischen Fernsehens und des französisch-deutschen Senders Arte realisierte Film wurde von Andrea Sedláčková von zweihundert Stunden von Dokumentarfilmen und mehreren Familienfotos zusammengesetzt. Er verfolgt Havels Leben von seiner Kindheit – und sogar vom Leben seiner Großeltern – sorgfältig ausgewogen und geschminkt, von jedem störenden Element gereinigt und geglättet. Der Film, der nach seiner eher negativen, aber tatsächlichen Rezension „für die Schulen, für das Jubiläum und für das ausländische Publikum“ verfertigt wurde, bietet eine kanonisierte Biographie des großen Präsidenten für die Nachwelt an. Es ist kein Zufall, dass die Filmvorführung in der Lucerna stattfand, die vom Großvater der Präsidenten, Vácslav Havel – ein führender Bauunternehmer von Prag am Anfang des 20. Jahrhunderts – erbaut wurde, und jetzt im Besitz Havels zweiten Ehefrau, Dagmar Havlová ist (dessen Verdienste sind im Film ordnungsgemäß hervorgehoben). Von nun an wird dies die Vergangenheit.

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