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Aber wer ist jener Hittler?

„Hier sind die Frische Nachrichten! Die Frische Nachrichten! Der große Prozes, wessen Helden sind Hitler und Ludendorff! Hitler und Ludendorff!“
„Aber wer ist jener Hitler?“

Pál Sándor: Régi idők focija (Fußball alter Zeiten), 1973


Da jenes Kind weiß, wer Ludendorff ist. Stellvertreter des Generalfeldmarschalls von Hindenburg im abgelaufenen Großen Krieg, Veranlasser des uneingeschränkten U-Bootkriegs gegen Großbritannien, durch die er die US-Kriegeserklärung erreichte, und Erfinder der Idee, Lenin zur Destabilisierung Russlands auf einem deutschen Panzerzug zu Hause zu schicken, dadurch wir wissen, was er erreichte. Und in jüngster Zeit, am 8-9. November 1923, einer der Führer des sogennanten Münchner Bürgerbräu-Putsches zum Sturz der Weimarer Republik.

Hitler und Ludendorff! Hitler und Ludendorff!

Aber wer ist jener Hitler, von dem die ungarische Monatsschrift Tolnai Világlapja konnte nicht einmal ein gutes Foto finden?

Tolnai Világlapja, 1923

„6. Die Soldaten von Hittler wollten mit Lastwagen gegen Berlin marschieren 7. Hittler, der Führer des bayerischen Staatsstreiches ( × ) und Baron Roszbach ( ×× ), der Führer der Nationalisten nach dem Scheitern des Putschversuches“


„Die Bewaffnung der Bürger von München. Hittler, der aus einem Wiener Anstreicherassistent zum nationalistischen Führer wurde, und Ludendorf, der ehemalige deutsche Generalstabschef, wie bekannt ist, wollten die deutsche Republik stürzen, und gegen Berlin marschieren. Ihr Plan ist gescheitert, und ihr Unternehmen endete in ein miserables Fiasko. Unser Bild zeigt die Szene, als man auf Hittlers Befehl an die Bewerber Waffen verteilt.“

„Hittlers Soldaten fuhren mit Lastwagen zu den vorgesehenen Stellen, um den Einmarsch der Reichstruppen zu verhindern. Ihr Widerstand ist aber bald gescheitert. Unser Bild zeigt die Vorbereitungen einer Hittler-Truppe in einem Vorort von München.“

„Einer der Hittler-Mörser auf den Straßen von München. Hittler und Ludendorf wollten die angreifenden Reichstruppen mit schweren Mörsern abweisen, und dann gegen Berlin marschieren. Glücklicherweise wurden sie rechtzeitig in ihren nationzerstörenden Absichten verhindert. Unser Bild zeigt einen Mörser mit zwei schweren Kanonen (Kevstone) auf beiden Seiten.“

Glücklicherweise, trotz all dieser zeitweiligen und vergesslichen Episoden konnte Deutschland seine frühere Würde bewahren. Selbst die Sozialisten sind hier gute Patriote, echte Irredentisten, die mit der Parteifahne aus Protest gegen den beschämenden Versailler Vertrag marschieren. Sie beschmutzen den Namen des Landes nicht so, wie dieser… wie heißt er… Hittler.

„Ein Trauermarsch gegen die alliierte Besetzung des Ruhrgebiets. In ganz Deutschland wurden düstere, stille und würdevolle Proteste wegen der Besetzung des Ruhrgebiets inszeniert. Unser Bild zeigt die Szene, wo die Sozialisten aus München mit ihren Fahnen an den Ort des Protests marschieren.“

Überblendung: Überquerung des Flusses

Anton Graff: Die Elbe unter Dresden, um 1800. Gemäldegalerie Alter Meister, Dresden

Überquerung der Elbe bei Sonnenaufgang, vorgestern


Walter schreibt:

Dániels neuer Post hat mich berührt, aber nicht mit Worten. Also antworte ich in derselben Art, aber der Kommentar von Blogger nimmt keine Bilder an.

Wir leben in der Altstadt von Kingston upon Hull, fünf Minuten zu Fuß von der Mündung der Humber, die sehr launischer Fluss ist (viel Hochwasser auf den Flussen, die die Humber nähren). An diesem Tag gab es keinen Ton außer dem traurigen Nebelhorn und den gedämpften Stimmen aus dem Boot, das auf der Flut auslief. Ich fühlte dieselbe Zeitlosigkeit, worauf Dániel anspielte.

Mehr als 2,2 Millionen jüdische Einwanderer fuhren durch Hull im Jahrhundert vor 1914. Die Familie meiner Frau, Hilary blieb hier vielleicht weil sie für den Weiterfahrt kein Geld hatten. Die örtliche jüdische Gemeinde ist jetzt im Niedergang, ein paar Hundert blieben, aber die Geschichte ist immer noch zu finden, in jenem Detail, wie es río Wang liebt.

Dresden, Gemäldegalerie Alter Meister 1


Erkennen Sie die in der Dresdner Gallerie fotografierten Bilder aufgrund ihrer Details? Wir schreiben die Titel der erkannten Bilder unter sie. Mit einem Klick auf dem Titel können Sie das ganze Bild sehen.


Jordi Savall, Montserrat Figueras, Hespèrion XXI: Seguidillas en eco: De tu vista celoso. Von der CD Folías Criollas (2010)

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Eine geheime Nachricht

Das album amicorum, Album der Freunde, oder memoriae causa, Sammlung zur Zwecke des guten Gedächtnisses, war ein unausbleibliches Element im spärlichen Gepäck der in Europen von Universität zu Universität wandernden Studenten vom sech- bis zum neunzehnten Jahrhundert. Vor der Abfahrt ihre Familienmitglieder und Freunde, und in den verschiedenen Städten ihre Professoren, Kommilitonen oder vornehme Gönner haben einige warmen Worte oder gelehrten Aphorismen in es geschrieben. Die mehrere tausend bestehenden Alben bieten eine gute Gelegenheit für die Rekonstruktion der Netzwerk der frühneuzeitlichen Intelligenz und der üblichen Wege ihrer Studien an.

Die Orte der Einträge in Ferenc Pápai Párizs album amicorum (1711-1726), das von uns im Internet veröffentlicht wurde

Die alba amicorum aus Ungarn oder mit ungarischem Inhalt werden in einer öffentlich durchsuchbaren Datenbank von der Forschungsgruppe Inscriptiones Alborum Amicorum unter der Führung von Miklós Latzkovits an der Universität Szeged digitalisiert. Auch wir arbeiten mit der Gruppe zusammen, vor allem, wenn es über eine ungewöhnliche Sprache oder ein schwierig lesbarer Eintrag handelt. Dies ist nun der Fall.

Das zwischen 1681 und 1685 zusammengestellte Album von Paul Schirmer aus Kronstadt/Brassó/Brașov ist in der Universitätsbibliothek von Klausenburg/Kolozsvár/Cluj erhalten. Der folgende zweiseitige Eintrag wurde von Jeremias Jeckell, ebenfalls aus Kronstadt, am 7. März 1683 in Leipzig geschrieben. Die erste Seite zeigt ein schönes Emblem. Die mit einer Kette verknüpften Herzen der beiden Freunde werden von einer Krone umarmt, ähnlich dem Wappen ihrer Heimstadt Kronstadt. Daneben sieht eine Sonnenblume für immer auf die Sonne. Nach den Konventionen der Zeit ist es das Symbol der wahren Gläubigen, der immer auf Gott anblickt, wie es auch durch die folgenden deutsche Gedichte und lateinische Bibelverse bestätigt wird:

Wahre Freundschaft, Treu und Glauben
Soll nichts denn der Todt uns rauben.

Ich hab auch noch was bey mir, gleich wie Ihr, zu seinen Ruhme,
Ich für mich verehr ihm hier eine schöne Sonnenblume,
Gleich wie diese Blume sich im/m/er nach der Sonnen neigt,
Neigt er sich stets nach dem, der die Blum und Menschen zeigt.

Meine Seele wündscht dabey,
Dass er stets Gottsfürchtig sey!
Auss reinem teutschen Sinn,
Als ich der deine bin,
Schrieb ich dir dieses hin.

Timor Domini est initium sapientiae (Die Furcht des Herren ist der Weisheit Anfang, Psalm 111,10.)

Wappen von Kronstadt/Brassó/Brașov



Allerdings gibt es noch etwas im Eintrag, damit wir nicht auskommen. Zwei kurze Texte auf den beiden Seiten des Emblems, die in keiner bekannten Sprache auslesen werden können. Wir vermuten, dass es über eine Art Geheimschrift handelt. Also noch einmal wenden wir uns an unsere erfahrenen Leser. Sind Sie in der Lage, zu sagen, in welcher Schrift und Sprache diese kurzen Zeilen geschrieben wurden, und was sie bedeuten?


Hurra, Schule!


Aa, Aa. Die böhmischen Kinder lernen gleichzeitig in zwei Sprachen, mit den Buchstaben von zwei verschiedenen Alphabeten zu lesen aus dem 1855 in Litoměřice, das heißt, Leitmeritz veröffentlichten ABC-Buch. Das halb tschechische, halb deutsche Böhmen trägt immer noch in sich das Versprechen einer kleinen osteuropäischen Schweiz. Es gibt immer noch eine Chance, dass es keinen Kampf um Kinder, noch sudetenländisches Salvenfeuer, noch Lidice, noch Theresienstadt, noch Brünner Todesmarsch, noch Vertreibung der Deutscher geben wird. Der auf Almosen wartende Bettler, als er auf der ersten Seite des Buches in der Pose eines weisen Lehrers sitzt, scheint selbst Almosen zu geben. Die Beispiele wurden von den ähnlichen Wörtern der beiden Sprachen ausgewählt, die solcherweise meist ausländischer Herkunft sind. Durch ihre Abbildungen verlebendigt sich der Araber, der Armenier, die Aloe, die Ananas, die amerikanische Indianerin, der Reichtum der großen Welt, das böhmische Meer in der Grundschule von Leitmeritz, das heißt Litoměřice.


Anna zählt gut, sie achtet schön auf alles. Als sie das Zählen beendet, spielt sie mit dem kleinen Vogel auf ihrer Hand. Das Hundlein beginnt zu bellen, denn niemand will mit ihm spielen. Allerdings muss Zdenka noch im Zählen fortschreiten. Die 1890 in Jindřichův Hradec veröffentlichte Množilka v obrazech, das ist, Bilder-Multiplikationstabelle stellt die mit dem kleinen Vogel spielenden Jungfrau im Kastenraum der niederländischen Verkündigungen aus dem 15. Jahrhundert dar. Zdenka ist warscheinlich durch das Spinnen in der Zähling gehemmt.


Das 1903 in Prag veröffentlichte ABC-Buch war wahrscheinlich das einzige Hilfsmittel des Dorflehrers, der die Texte zu diktieren, und die Noten der Lieder zu lehren in sorgfältiger Handschrift an die breiten Ränder aufzeichnete, und auch solche kleinen Anmerkungen unter den Bildern laß, wie nicht zu vergessen, um zu erklären, warum es keine k am Ende von v klobouce (im Hut) gibt, und warum es eine am Ende von u klobouku (am Hut) hat.


In der Kopfzeile des Stundenplanes der Gemeindeschule von Lišná für das Jahr 1923-1924 eifern die beiden größten tschechischen Pädagogen, J. A. Comenius und – Sie sicherlich hätten es nicht gedacht – T. G. Masaryk die kleinen tschechoslowakischen Schuljungen an: „Klug zu sein – alles hängt davon ab“, und „Bildung ist für alle!“ Die Mehrheit der Lehrstunden waren Schreiben und Lesen, Zählen und Grammatik. Zweimal in der Woche Religion (römisch-katholische als auch „tschechoslowakische“ – letztere bezieht sich auf die zusammen mit dem neuen Staat gegründete Tschechoslowakische Hussitische Kirche), und dreimal Staatsbürgerkunde, das die Bedeutung des neuen Staates darstellt.


Gesundheit und Nachstendienst. Im Jahre 1937, in der Schule von Opava/Troppau weiß sogar die Kleinste, wie man sich die Zähne richtig putzen soll. Sie erklärt es den anderen, die, mit Zahnbürste und Becher im Hand herumstehend, sind begierig, es nach den Figuren der Zahnhygienische Wandtafel nachzumachen.


Andere Kinder gehen für einen Spaziergang. Nicht auf irgendwelche Art, sondern im Takt. Trompeter werden wir, im Takt marschieren wir. Durch das Dorf marschieren wir. Die mit Hakenkreuzfahnen und SS-Runen Marschierenden werden von den Passanten mit Armhebung und von den Mädchen mit Blumen begrüßt, ebenso wie 1938 in Asch und Machendorf. All das in der 1939 Prager Ausgabe der in der ganzen Reich beliebten Hirts Schreiblesefibel.


An anderer Stelle gehen auch die Buchstaben für einen Spaziergang. Auf den Seiten des 1940 im besetzten Prag veröffentlichten Kulihráškův národní slabikář. Veselá knižka pro nejmenší čtenáře a jejích maminky (Erbsleins nationale ABC-Buch. Ein fröhliches Büchlein für die kleinsten Leser und ihre Mütterchen) ist jeder Buchstabe ein selbständige Persönlichkeit, mit festen Zielen. Die Abenteuer des Buchstabes p. Die Kinder gingen auf der staubigen Straße. Es war dort auch p. Er fragte sie: Wohin geht ihr? Wir gehen in Prag! Ich gehe auch mit ihr, sagte p. Und so ging er. Als er nach Prag kam, besuchte er alles. Er ging auch auf den Hradschin mit den Kindern. Prag eröffnete sich vor ihm. Die Augen von p rießen weit vor Staunen auf. Er hatte etwas so schönes noch nie gesehen. Er starrte fasziniert, er vergaß sogar, dass er aus einem ABC-Buch entkommen war. [Dies ist der einzige Satz ohne einem Buchstaben p]. So hat Erbslein ihn gefunden. Gemeinsam schauten sie auf Prag, und sagten: „Wie wunderbar ist unser Prag!“


Auf dem um 1820 hergestellten Gemälde Neuer Schüler in der Schule ist auch jede Figur eine selbständige Persönlichkeit mit festen Zielen. Der Lehrer starrt eifrig auf den vor ihm stehenden vollen Korb, darin eine Gans, ein Laib Brot, und mehrere Flaschen Wein, das traditionelle Geschenk an den Lehrer (siehe die Redensart ich habe nicht mein Zertifikat/Lizenz/Diploma für eine Gans gekauft). Die sorgfältige Mutter zeigt mit einem überzeugenden Lächeln auf denselben mit der rechten Hand, während mit der linken schiebt den verängstigten Jungen vorne, ins Wohlwollen des Lehrers. Der Knabe grüßt den Lehrer mit dem an die Brust erhobenen Hut, aber mit seinen Augen scheint er schon seine zukünftigen Klassenkameraden zu überprüfen. Die Kameraden offensichtlich beurteilen den Inhalt des Korbes, und ziehen daraus Folgerungen bezüglich des sozialen Status des neuen Schülers.Nur der von hinten dem Rock der Mutter auftauchende Kopf betrachtet die Szene gelassen und ohne Interest, oder vielleicht ist er irgendwo ganz anders in Gedanken.

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Die Ausstellung des Comenius-Museums in Prag stellt den Schulbeginn in Böhmen durch ein Jahrhundert mit Hilfe von ehemaligen ABC-Büchern, Fotos und Schulgeräten dar. Der mittelalterliche Gewölberaum wurde als Klassenzimmer eingerichtet, mit alten Bänken, Zählen- und Lesetafeln. Sogar ein ausgestopftes kleines Schulmädchen wurde unter Glas ausgestellt, einer der letzten Vertäter einer aussterbenden Rasse.


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Und der letzte Tableau illustriert mit den Fotos des ersten Schulganges von drei tschechischen Generationen – 1906, 1920, 1955 – die praktische Anwendung der vorgestellten Objekte.

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Ein Spaziergang durch die Ausstellung macht zwei Dinge deutlich. Einerseits, wie merkwürdig die Schulgangzubehöre im letzten eineinhalb Jahrhundert ähnlich blieben: ABC-Buch, Stundenplan, Schulbank, Ranzen. Und andernseits, wie genau diese puritanischen und konservativen Zubehöre immer den momentanen Geist der Zeit und der Politik abspiegeln. Über dies könnten aber die Eltern der jetzigen Schulanfänger viel mehr sagen.

Petr Velkoborský: Kleinschüler, 1987

Mein erster Schulgang!






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aus dem Berliner Flohmarkt