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Koordinaten


Die Spanische Gesellschaft für Emblematik ankündigte ihr zehnter internazionale Kongreß, den wir in Palma de Mallorca nach genau einem Jahr von heute veranstalten. Nachdem wir eine Menge über die Titel brüteten, sie fast bis zum Punkt des esoterischen destillierend, haben wir dafür entschieden, was für diese Art von Veranstaltung selbstverständlich ist: Encrucijada de la Palabra y la Imagen Simbólicas, „An der Kreuzung des symbolischen Wortes und Bildes“. In gewisser Weise ist dies die grundlegende Definition des Emblems. Aber diese Kreuzung unterstreicht auch den besonderen Fokus unserer Analyse der Kulturgeschichte als Ganzes.


Dann mussten wir das Plakat der Veranstaltung entwerfen. Die Tatsache, dass dies der zehnte Kongress ist, hat uns zugelassen, die römische X mit dem Konzept der in der Title angekündigten Kreuzung zu verbinden. In unserem Gedächtnis herumsuchend fiel uns die Prachthandschrift Mira Calligraphiae Monumenta ein, in der der Meisterkalligraph der ungarischen Kanzlei in Wien, Georg/György Bocskay Seite für Seite eine komplexe Arbeit ausgeführt hat, und alle seine Fähigkeiten in der Kunst der Typographie aufzeigte. Er beendete sie im Jahre 1562, aber dann fiel sein Buch in die Hände von Rudolf II in Prag, der Bocskays Präzision bewunderte, und beschließ, sie eine seiner kaiserlichen Sammlungen würdigen, wirklich einzigartige Arbeit zu machen.


Zu diesem Zweck beauftagte er den besten Handschriftminiator den er finden könnte, Joris Hoefnagel, um sie mit dem Besten seiner Kunst zu schmücken, und keine Mühen zu scheuen. Hoefnagel hat nicht nur seine Aufgabe großzügig ausgeführt, sondern er hat sie auch mit einem typographischen Spiel ergänzt, dessen Elemente, ob kopiert oder auf der Grundlage von natürlichen Elemente erfunden, passten mit mathematischer Strenge zur Linienführung und Komposition der Buchstaben an. Hier haben wir die „X“, die wir wollten: die Impresa des Kaisers Augustus, die Krabbe, die in seiner Zange einen Schmetterling umklammert – ein Bild, das in der Regel durch dem lateinischen Motto Matura begleitet war –, umgewandelt in ein graphisches Zeichen. Kreuzung von Wort und Bild, aber auch ein Zeichen dafür, dass wir – maturando – zum zehnten Kongress der Gesellschaft kamen. Bereits zwanzig Jahre – X-X –, immer mit dem Motto in Sicht.


Orientalist in Derwischkleidung

Ármin Vámbéry in Derwischkleidung, nach der Rückkehr von seiner Reise in Zentralasien,
in einem Londoner Studio aufgenommen

Vor vier Jahren waren wir nur in der Lage, mit diesem Foto den an Mullah Ishak gewidmete Post zu illustrieren, dem jungen Theologen von Chiwa, der zum Schüler von Ármin Vámbéry wurde, wenn diese letztere, als Derwisch gekleidet, Zentralasien durchreiste. So viel, dass selbst nachdem sich Vámbéry in Konstantinopel enthüllte, folgte ihn Ishak nach das ungläubige Frengistan, und wurde Bibliothekar der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er starb in Ungarn, und sein Grab wurde im Dorffriedhof von Velence eine Sorte von geheimem Wallfahrtsort für ungarische Orientalisten.


Erst kürzlich haben wir in der 1864/3 Ausgabe des Magazins Az Ország Tükre (Der Spiegel des Landes) die kurz nach ihrer Ankunft in Pest gefertigte Lithographie gefunden, die auch den Mullah neben dem in Derwischkleidung sitzenden Vámbéry darstellt. Seine lebendigen, hellen Augen stellen einen fröhlichen Kontrapunkt zu Vámbérys düsterer Pose dar, sie verraten seinen Unternehmergeist und erklären, warum Vámbéry seinen Brief an ihn als an jenen Schelm Tatar Mullah adressierte.




Es ist kein Zufall, dass das Magazin gerade jetzt gefunden wurde. Vor drei Jahren, als ich unsere aus dem Material der Orientalischen Sammlung der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zusammengesetzte und an den größten ungarischen Iranisten, Sándor Kégl gewidmete Webseite präsentierte – erinnern Sie sich, der Mann mit der Katze –, nach der Präsentation wurde ich gefragt: da wir einmal die Nachlässe der bedeutendsten ungarischen Ostforscher, Ibrahim Müteferrika, Sándor Kőrösi Csoma, Aurél Stein, Sándor Kégl, Dávid Kaufmann – siehe die vollständige Liste hier – systematisch veröffentlicht haben, wann kommt es auf denjenigen Gelehrten an, der wegen seiner erstaunlichen Begabung für Sprachen und vor allem seiner vielen Gesichter vielleicht das international bekannteste unter ihnen ist. Jetzt ist die Zeit dafür.


Morgen wird der hunderste Jahrestag des Todes von Ármin Vámbéry, des armen jüdischen Privatlehrers und renommierten Universitätsprofessors, des Derwisches und Diplomats, des persönlichen Freundes des türkischen Sultans, des Schahs von Persien und des britischen Premierministers, des Gründers der ungarischen Orientforschung. Morgen um fünf Uhr nachmittags werden wir auf der in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gehaltenen internationalen Konferenz die aus seinem in der Orientalischen Sammlung verwahrten Nachlass bereitete Webseite präsentieren, die, wenn nicht alle, mindestens ein Dutzend seiner vielen Gesichter illustriert. Nach der Präsentation werden wir auch den Link hier veröffentlichen, und dann werde ich einige Posten dem auf der Website enthaltenen oder auch nicht veröffentlichten Material widmen. Kommen Sie, hören Sie zu, schauen Sie wieder mal vorbei.


BBC News

Führende Nachrichten der heutigen BBC Culture Best of the Web: Poemas del río Wang.




• BBC: The Ancient Origins of the Starbucks logo
• Poemas del río Wang: Der ursprüngliche Post

Neues Jahr, Neues Jahr


Das italienische Literatur- und Kulturmagazin Biblioteca d’Israele, die bereits im Frühjahr eröffnete den Abschnitt Il mondo dello Shtetl – The world of Shtetl für die aus unserem Blog entlehnten, und die ehemalige osteuropäische jüdische Welt wiederbelebenden Beiträge, jetzt, bei der Annäherung des neuen Jahres, veröffentlichte unseren Post über das chassidische Neue Jahr in Uman.

Der Unterschied zwischen den beiden Neuen Jahren ist ein viertel Jahr, und im Vergleich zu den Feierlichkeiten von Rosch Haschana in der Mitte September, wenn dreizig tausend Menschen aus der ganzen Welt versammeln sich um das Grab des Rabbi Nachman von Breslov, jetzt ist es still in Uman. Allerdings, 250 Kilometer westlich, in Medzhibozh, am Grab seines Urgroßvaters und des Bregründers de Chassidismus, Baal Shem Tovs, ist die Pilgerfahrt ununterbrochen auch zu diesem Zeitpunkt. In Januar werden wir über dies schreiben sowohl in der Biblioteca d’Israele als auch hier, am Río Wang.

Anerkennung


Unsere Leser werden vielleicht noch daran erinnern, dass vor etwa drei Jahren haben wir mehrfach – hier, hier und hier – über das handschriftliche Erbe des großen ungarischen Dichters und Holocaust-Opfers Miklós Radnóti geschrieben, das seine Witwe Fanni Gyarmathi, die vor kurzem – an diesem 8 September – ihren 100. Geburtstag feierte, der Handschriftenabteilung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften spendete. Das Erbe wurde vom Mitarbeiter – seitdem Direktor – der Abteilung Antal Babus katalogisiert, und seine Website wurde von uns aus dem von Klára Láng fotografierten Material zusammengestellt.


Glücklicherweise erinnern sich auch andere daran. Vor einer Woche wurden wir eingeladen, an dem Festival und Konferenz des Ungarischen Verbandes der Inhaltsanbieter, und auf dem zwölften Verteiligung der Preise an die besten ungarischen Websites teilzunehmen. Aber es stellte sich heraus nur am Abend der Siegerehrung, dass unsere Website die besondere auszeichnung “Herausragender digitaler Inhalt” bekommen hat.


Wir freuen uns natürlich sehr an der Auszeichnung. Außer der erfreulichen Gefühl, erkannt zu werden, auch weil wir waren vielleicht der einzige Teilnehmer, der nicht sich selbst am Wettbewerb anmeldete, sondern wurde von den Richtern gewählt. Und auch, weil diese Anerkennung kann Impulse der Bibliothek der Akademie geben, um auf irgendeinem Weg die Digitalisierung der speziellen Sammlungen fortzufahren, von denen schon dreizehn von uns veröffentlicht wurden, bis die ungarische Regierung die Ressourcen der Kultur und der Bibliothek drastisch erstarte.

Endre Ady: Confession on patriotism“O poet, live in purity now…”: Miklós Radnóti was born a century ago
Scientia Spatii: The János Bolyai homepage of the Library of the Hungarian Academy of SciencesAlexander Csoma de Kőrös, founder of Tibetan Studies and his legacy in the Oriental Collection of the Library of the Hungarian Academy of Sciences
The mysterious printer Ibrahim Müteferrika and the beginnings of Turkish book printing: Incunabula from Istanbul in the LHAS Oriental CollectionHidden treasures of the Silk Road: Aurel Stein and the Caves of the Thousand Buddhas
Alexander Kégl (1862–1920): A polymath of Oriental Studies and his collectionFascinated by the Orient: Aurel Stein (1862–1943)
Dávid Kaufmann and his collection of medieval Hebrew manuscripts in the Oriental Collection of the Library of the Hungarian Academy of SciencesGróf Teleki József (1790–1855)
The Album amicorum of the European peregrination of Franciscus Páriz Pápai (1711–1726)Ludovicus Carbo: De divi Mathiae regis laudibus rebusque gestis dialogus
Poetry and reality: The Lőrinc Szabó Website of the Lőrinc Szabó Research Institute of the Miskolc University and of the Library of the LHAS