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Eine geheime Nachricht

Das album amicorum, Album der Freunde, oder memoriae causa, Sammlung zur Zwecke des guten Gedächtnisses, war ein unausbleibliches Element im spärlichen Gepäck der in Europen von Universität zu Universität wandernden Studenten vom sech- bis zum neunzehnten Jahrhundert. Vor der Abfahrt ihre Familienmitglieder und Freunde, und in den verschiedenen Städten ihre Professoren, Kommilitonen oder vornehme Gönner haben einige warmen Worte oder gelehrten Aphorismen in es geschrieben. Die mehrere tausend bestehenden Alben bieten eine gute Gelegenheit für die Rekonstruktion der Netzwerk der frühneuzeitlichen Intelligenz und der üblichen Wege ihrer Studien an.

Die Orte der Einträge in Ferenc Pápai Párizs album amicorum (1711-1726), das von uns im Internet veröffentlicht wurde

Die alba amicorum aus Ungarn oder mit ungarischem Inhalt werden in einer öffentlich durchsuchbaren Datenbank von der Forschungsgruppe Inscriptiones Alborum Amicorum unter der Führung von Miklós Latzkovits an der Universität Szeged digitalisiert. Auch wir arbeiten mit der Gruppe zusammen, vor allem, wenn es über eine ungewöhnliche Sprache oder ein schwierig lesbarer Eintrag handelt. Dies ist nun der Fall.

Das zwischen 1681 und 1685 zusammengestellte Album von Paul Schirmer aus Kronstadt/Brassó/Brașov ist in der Universitätsbibliothek von Klausenburg/Kolozsvár/Cluj erhalten. Der folgende zweiseitige Eintrag wurde von Jeremias Jeckell, ebenfalls aus Kronstadt, am 7. März 1683 in Leipzig geschrieben. Die erste Seite zeigt ein schönes Emblem. Die mit einer Kette verknüpften Herzen der beiden Freunde werden von einer Krone umarmt, ähnlich dem Wappen ihrer Heimstadt Kronstadt. Daneben sieht eine Sonnenblume für immer auf die Sonne. Nach den Konventionen der Zeit ist es das Symbol der wahren Gläubigen, der immer auf Gott anblickt, wie es auch durch die folgenden deutsche Gedichte und lateinische Bibelverse bestätigt wird:

Wahre Freundschaft, Treu und Glauben
Soll nichts denn der Todt uns rauben.

Ich hab auch noch was bey mir, gleich wie Ihr, zu seinen Ruhme,
Ich für mich verehr ihm hier eine schöne Sonnenblume,
Gleich wie diese Blume sich im/m/er nach der Sonnen neigt,
Neigt er sich stets nach dem, der die Blum und Menschen zeigt.

Meine Seele wündscht dabey,
Dass er stets Gottsfürchtig sey!
Auss reinem teutschen Sinn,
Als ich der deine bin,
Schrieb ich dir dieses hin.

Timor Domini est initium sapientiae (Die Furcht des Herren ist der Weisheit Anfang, Psalm 111,10.)

Wappen von Kronstadt/Brassó/Brașov



Allerdings gibt es noch etwas im Eintrag, damit wir nicht auskommen. Zwei kurze Texte auf den beiden Seiten des Emblems, die in keiner bekannten Sprache auslesen werden können. Wir vermuten, dass es über eine Art Geheimschrift handelt. Also noch einmal wenden wir uns an unsere erfahrenen Leser. Sind Sie in der Lage, zu sagen, in welcher Schrift und Sprache diese kurzen Zeilen geschrieben wurden, und was sie bedeuten?


Abschied vom Ararat


Als wir vor kurzem über die Ausstellung des Budapester Historischen Museums und der Széchényi Nationalbibliothek über die Kultur der Armenier in Ungarn geschrieben haben, hatten wir nur eine einzelne Kritik, wegen des Mangels eines Katalogs, der die wichtigsten Themen der Ausstellung ausführlich präsentiert hätte. Vor zwei Wochen, fast im letzten Moment vor der Schließung der Ausstellung wurde dieser Katalog und Studienband endlich veröffentlicht, und seine Präsentation am 16. September war der Schlußakkord der Ausstellung. Nach der Präsentation, wahrscheinlich als Ausgleich für die verspätete Veröffentlichung, wurde eine professionelle Führung für das Publikum angeboten. Das große Interesse am Thema war deutlich dadurch angezeigt, dass aufgrund der großen Zahl der Teilnehmer die Führung in zwei getrennten Gruppen realisiert werden musste.


Der Kult des Heiligen Gregors, des Erleuchters, Apostels der Armenier, war seit den Anfängen ungebrochen unter den Armeniern von Siebenbürgen. Darauf weist die große Anzahl der Altarbilder, die die Taufe des Königs Trdat III durch den Heiligen darstellen, unter anderem in den armenischen Kirchen von Armenierstadt (Szamosújvár/Gherla), Elisabethstadt (Erzsébetváros/Dumbrăveni), Csíkszépvíz (Frumoasa), oder in den Franziskanerkirchen von Deesch (Dés/Dej) und Hermannstadt (Nagyszeben/Sibiu).

Die Siedlungen der Armenier in Siebenbürgen

Die Altarbilder der armenischen Kirche von Niklasmarkt (Gyergyószentmiklós/Gheorgheni) und der Salamonkirche in Armenierstadt unterscheiden sich vom Rest dieser Darstellungen. Obwohl ihre zentrale Szene die gleiche Taufe ist, wird dies durch einen „narrativen Rahmen“, einer Reihe von Medaillons umgegeben, die die Qualen des Heiligen darstellen, und damit diese Bilder enger mit der von Agathangelos am Ende des fünften Jahrhunderts geschriebenen Geschichte der Armenier verbinden. Das Altarbild von Niklasmarkt ist ein besonders schöner Beweis für diese Verbindung, da hier die Medaillons auch durch kurze erklärende Texte begleitet werden.

Das ehemalige Altarbild der Salamonkirche in Armenierstadt, Anfang des 18. Jh.
(Armenisch-katholische Gemeinde, Armenierstadt)

Unsere Führerin, Emese Pál hat auf eine Kuriosität des Gemäldes von Armenierstadt hingewiesen, das bisher auf der Austellung oder im Katalog nie erwähnt wurde. Ein Restaurator, dem die Legende des Heiligen – die die Verwandlung des Königs in ein Wildschwein nach dem Einkerkern von Gregor erzählt – wahrscheinlich unbekannt war, hat das Medaillon mit der Darstellung dieser Szene missverstanden, und das gekrönte Wildschwein auf ein Lamm „korrigiert“.


Für die große Zahl der die Ausstellungen begleitenden kleinen Entdeckungen ist ein gutes Beispiel das Gemälde von Armenierstadt, das bisher für das Porträt von Stephanowicz Roska, des armenischen Propst von Stanisławów gehalten wurde. Die Enthüllung des Fehlidentifizierung, sagte Emese Pál, war das Verdienst einer Besucherin aus Lemberg, die darauf hingewiesen hat, dass das Gemälde aufgrund lokaler Analogien den armenischen Erzbischof von Lemberg, Jacob Stephan Augustinowicz darstellt. In der Tat haben es die Inventare von Armenierstadt bis 1877 als das Porträt von Augustinowicz bezeichet, wenn eine sorgfältige Hand seinen Namen ausgestrichen, und den von Roska darüber geschrieben hat, damit Generationen von Forschern vom armenischen Heimatforscher Kristóf Szongott bis heute irreführend.


Die Studien des Katalogs – worüber wir noch schreiben werden – wurden um die Themen der Ausstellung organisiert, und erschließen in einer kürzeren oder längeren Umfang jenen historischen und sozialen Kontext der siebenbürgischen Armenier, den wir vorher so sehr vermissten, oder auch forschen einige, auf der Ausstellung nich berührten Themen weiter. Solche sind die Studien der zwei armenischen Autoren, der schöne Essay von Armenuhi Drost-Abgarjan über die armenische Schriftkunst und Buchkultur, und die kurze Zusammenfassung von Meliné Pehlivanian über die Anfänge der armenischen Typographie. In ungarischer Hinsicht verdient der Aufsatz von Máté Tamáska eine besondere Erwähnung, da er das kulturell vielfältige städtische Milieu von Armenierstadt, der Ursprungsort der meisten der ausgestellten Objekte darstellt, das auf der Aufstellung eher im Hintergrund blieb.

Das sich aus den Studien abzeichnende Gesamtbild – vielleicht wegen der knappen Frist – scheint noch ein bisschen dünn, aber der bahnbrechende Charakter der Ausstellung, zusammen mit den in den letzten Jahrzehnten veröffentlichten wichtigen Arbeiten gleicht diesen Eindruck ab, und wird hoffentlich den Boden für weitere, tiefere Forschungen vorbereiten. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.


Weit weg vom Ararat


Unter den vielen ethnischen Gruppen des historischen Ungarn sind vielleicht die Armenier die am wenigsten bekannt. Zwar haben viele von uns eine/n Bekannte siebenbürgischen armenischen Ursprungs, und in den frühen 1990er Jahren, nach der Einführung des neuen Gesetzes über die ethnischen Minderheiten sahen wir mit Überraschung die Vielzahl der neu gebildeten armenischen Lokalregierungen, aber die genaue Herkunft und Zeitpunkt der Ankunft der Armenier zu Ungarn und die erhebliche Rolle, die sie vom 18. bis 20. Jahrhundert spielten, wurde erst kürzlich im Detail in solchen Bände dargesteltt, als Az erdélyi örmények története von Miklós Gazdovits (Geschichte der Siebenbürger Armenier, 2006), Gyergyói örmények könyve von Dezső Gazda (Buch der Armenier von Gyergyó, 2007), oder das von Sándor Őze und Bálint Kovács herausgegebene Örmény diaszpóra a Kárpát-medencében (Armenische Diaspora im Karpatenbecken, 2006-2007). Das macht so herasuragend die Ausstellung Weit weg vom Ararat – Armenische Kultur im Karpatenbecken des Historischen Museums von Budapest, die zum ersten Mal einen Überblick über die Geschichte und Kultur der Armenier in Ungarn gibt.


Die Ausstellung versucht es nicht, allumfassend zu sein. Es gruppiert nur um einige Kernthemen eine große Zahl ungarisch-armenischer Kunstobjekte, dessen Mehrheit werden nun zum ersten Mal in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert. Obwohl die Themen durch kurze Beschreibungen eingeführt werdn, und auch die Gegenüberstellung der Objekte an sich auf einen historischen und thematischen Faden deutet, jedoch – und das ist unsere einzige, aber schwerwiegende Kritik – gerade wegen der Unbekanntheit dieser Geschichte und dem bahnbrechende Charakter der Ausstellung hätte es erforderlich gewesen, den historischen und sozialen Kontext dieser Objekte, Personen und Orten in einem Katalog im Detail zu präsentieren.

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Der Weg durch die über 400 Jahre der Geschichte der Armenier in Ungarn beginnt am Ararat, als das grundlegende Bezugspunkt der nachsintflutlichen Menschheit und vor allem der Armenier, von dem die im 17. Jahrhundert in Siebenbürgen einwandernden Armenier in der Tat weit entfernt waren. Aber ein Beweis dafür, dass sie die Erinnerung an die Ursprünge bewahrt haben, ist der aus dem 19. Jahrhundert stammende, und an der armenisch-katholischen Pfarrei von Budapest bewährte Silbergürtel mit eingelegten Edelsteinen, dessen einzelne Stücke Veduten von alten armenischen Städten, Varaghavank, Van, Etschmiadzin, Aghtamar darstellen (jedes Bild kann mit dem Maus vergrößer werden).

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In der Mitte des Raums der Anfänge sind wir vom Ikon von St. Gregor der Erleuchter, Apostel der Armenier begrüßt, dank dessen Bemühungen Armenien in 301 das erste christliche Land wurde. Es ist ein schöner Übergang vom Ararat zur anderen, siebenbürgischen Hälfte des Raums, dass das in der armenischen Kirche von Szamosújvár/Gherla bewährte Ikon des Bischofs aus dem 3. Jahrhundert im Stil des siebenbürgischen Volksbarock gemalt wurde, ebenso wie seine auf dem Hauptplatz des armenischen Viertels Isfahans stehende Statue die Züge der Figuren des persischen Heldenepos trägt.



Die siebenbürgische Ansiedlung ist nur durch wenigen Archivbildern und Objekte – Brautkasten und ein Paar Hochzeit-Medaillons der Issekutz-Familie – aus „den vier armenischen Gemeinden“, Szamosújvár (Gherla, Armenopolis, Հայաքաղաք–Hayakaghak), Erzsébetváros (Eppeschdorf, Dumbrăveni), Gyergyószentmiklós (Gheorgheni), Csíkszépvíz (Frumoasa) wachgerufen, vor allem aus der ersten, dessen Kirchensammlungen einen großen Teil der ausgestellten Material lieferten.

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Der nächste Raum illustriert die Geschichte des armenischen Buchdrucks mit einer großen Anzahl von nie ausgestellten Bücher aus armenischen Sammlungen im Karpatenbecken, darunter die weltweit erste gedruckte armenische Bibel und armenisches Lehrbuch. Dieses Thema bietete auch die Gelegenheit der Ausstellung, die für das fünfte Zentenarium der Veröffentlichung des ersten gedruckten armenischen Buches, des vom venezianischen Hakob Meghapart („Jakob, der Sündiger“) an der Wende von 1512-13 gedruckten Gebetbuches Urbatagirk, das „Freitagsbuch“ organisiert wurde.

Die kurzen Zusammenfassungen zu den einzelnen Vitrinen geben einen Überblick über die Geschichte der armenischen Typographie. Die Buchdruckerei von Hakob Meghapart wurde durch seinen Nachfolger nach Konstantinopel umsiedelt, wo im 18. Jahrhundert über 300 Werke in mehr als zwanzig armenischen Druckereien veröffentlicht wurden. Allerdings stammt der Großteil der Bücher der siebenbürgischen Armenier, die sich im späten 17. Jahrhundert mit der katholischen Kirche vereinigten, aus der Typographia Polyglotta der römischen Propaganda Fide: bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kennen wir 44 hier veröffentlichte Werke in armenischer Sprache. Das Mechitaristen-Orden, das in 1701 in Konstantinopel gegründet wurde und seit 1715 bis zum heutigen Tag auf der Insel St. Lazarus in Venedig tätig ist – die „armenischen Benediktiner“, die größten Exponenten der Armenologie jener Zeit – gaben ihre armenische Bücher bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in italienischen Druckereien aus, aber im Jahre 1789 gründeten sie ihre eigene Buchdruckerei, wo sie Hunderte von Bücher in fast vierzig Sprachen veröffentlichten. Durch der armenischen Diaspora erreichten diese auch an den entlegenen Provinzen des Osmanischen Reiches. Im Jahr 1773 hat eine Gruppe der venezianischen Mechitaristen in Triest, und in 1810 in Wien umgesiedelt, wo sie eine wichtige wissenschaftliche und ausgeberische Tätigkeit entwickelt haben.

Ein ungarischer Drucker aus Siebenbürgen hat auch eine entscheidende Rolle in der Geschichte der armenischen Typographie gespielt. Der einflussreichste armenische Drucker, Voskan Yerevantsi hat seine Druckerei in Amsterdam in 1660 gegründet, und als er mit den verfügbaren armenischen Schriftarten unzufrieden war, beauftragte er den dort arbeitenden Miklós Kis of Misztótfalu, eine neue armenische Druckschrift zu entwerfen, die sich schnell in ganz Europa verbreitete, und seine verschiedene Versionen noch in Gebrauch sind.

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Ein besonderer Raum ist gewidmet, offensichtlich aufgrund der Reichhaltigkeit des Materials, zu den Denkmälern der siebenbürgischen armernisch-katholischen Kirche, Porträte von Prelaten, Kirchenkleider, votive und Altarbilder. Die aus Szamosújvár/Gherla stammenden drei Porträte stellen nicht unbedingt die größten Persönlichkeiten dar, sie hätten auch jemanden anderen gewählt können, wie Bischof Minas Zilifdarean (1610-1686), unter dessen Führung die Armenier in Siebenbürgen einwanderten. Jedoch sind diese drei Porträte gute Darstellungen des breiten sozialen und geographischen Spielraums der armenischen Intellektuellen, und ihre Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen kulturellen Zentren. Der in Moldau geborene Oxendio Virziresco (Verzár) (1655-1715) studierte im römischen Missionskolleg der the Propaganda Fide. Seit 1685 arbeitete er, zuerst unter großem Widerstand, aber am Ende mit einem vollen Erfolg, an der Verenigung der siebenbürgischen Armenier mit der katholischen Kirche, und in 1690, nach dem Tod von Bischof Minas, wurde er zum Führer der armenischen Kirche in Siebenbürgen. Stephano Roska (1670-1739) stammte aus einer armenischen Familie von Kamenets-Podolsk. Er war armenischer Provost in Stanislawów (heute Ivano-Frankiwsk), und im Namen des armenischen Erzbischofs von Lemberg besuchte er die vier armenischen Gemeinden von Siebenbürgen, wo er eine Reihe von wichtigen religiösen Gesellschaften gründete. Mihály Theodorovicz (1690-1760) wurde in Bistritz/Beszterce/Bistrița, damals eine wichtige armenische Siedlung, geboren, und hat vom Handelsassistent zum Archidiakon von Szamosújvár geworden. Er baute die erste armenische Steinkirche von Szamosújvár, die Salamonkirche (1723-25), und hat den Gregorianischen Kalender eingeführt. Maria Theresia ernannte ihn Bischof, das aber schließlich keine kirchliche Anerkennung erhielt: seit jener Zeit gehören die armenisch-katolischen Gemeinden Siebenbürgens unter dem römisch-katholischen Bischof von Gyulafehérvár/Alba Iulia.

Von den 1770er Jahren war der Kult um die Königin des Rosenkranzes in Szamosújvár in Blume, und ihre Schutznahme wurde in der Anzahl von Votivbilder anerkannt, die als Zeichen der Dankbarkeit für die Rettung aus einiger großen Gefahren angeboten wurden. Auf den hier ausgestellten Bildern sagen ein der Hochflut entgangene Ritter, ein Feuer überlebte Familie, und eine von der Krankheit genesen Frau Dank der Fürsprache der Jungfrau Maria.


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Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Beziehungen der Armenier mit ihren ehemaligen Zentren im Krim und Anatolian locker, aber der Weg zum Aufstieg in die ungarische Bourgeoisie war offen für sie. Sie änderten ihre Sprache für ungarisch, und unter all den ethnischen Minderheiten nahmen sie im größten Maß Teil in der Führung und Finanzierung des ungarischen Freiheitkampfes von 1848-49. Zwei der berühmten dreizehn Generäle, die am 6. Oktober 1849 von den Österreichern in Arad hingerichtet wurden, Ernő Kiss und Vilmos Lázár waren Armenier, sowie auch General János Czetz, der im Exil zum Gründer der argentinischen Kriegsgeographischen Instituts wurde, das unter seiner Leistung die kartographische Aufnahme des ganzen Landes ausführte. Nach dem Ausgleich von 1867 zwischen dem Hof von Wien und der ungarischen politischen Elite nahmen die Armenier in großer Zahl Teil am politischen und kulturellen Leben Ungarns. Der letzte Raum ist ein Porträtgalerie ihrer prominentesten Vertreter.

Auf der anderen Seite, als Ausgleich für die Assimilation, wurde die Ideologie des Armenismus geboren, mit dem Ziel der Stärkung der armenischen Identität. Seine Anhänger begannen ausgebreitete Forschungen der Geschichte der siebenbürgischen Armenier, starteten die Zeitschrift Armenia in Szamosújvár, und in 1905 gründeten sie das Armenisches Museum (das gerade jetzt, im März 2013 seine in den 1950er Jahren verstaatlichten Sammlungen zurückerhielt). Einige Verträter des Armenismus, wie Kristóf Lukácsy und Kristóf Szongott schlossen sich auch an der Forschung der ungarischen Vorgeschichte, und in mehreren Veröffentlichungen die sprachliche Verwandtschaft der ungarischen und armenischen Sprachen verteidigten. Die Vitrine des letzten Raums präsentiert eine Auswahl von Publikationen über armenische Themen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.


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Die Wände des aus der Ausstellung ausführenden Flurs sind mit Fotos von armenischen Familien aus der Wende des Jahrhunderts, Dokumenten der Alltagsgeschichte bekleidet. Hunderte von Leben und Geschichten, die deutlich zeigen, wie viel in dieser Geschichte noch zu forschen ist. Und in diesem Sinne ist der Titel dieser Fotosammlung, Spiegelfragmente, in der Tat für die gesamte Ausstellung gültig.

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Überlebenskit


Wer vom früheren Post inspiriert wurde, auf den Spuren von Bram Stoker und Dracula nach Bistritz und den den Borgó-Paß zu reisen, ist in einer weitaus besseren Situation als der ahnungslose Jonathan Harker. Nicht nur, weil er schon genau weiß, welche Art von Bedrohung er entgegentreten würde, sondern auch, weil er mit einem einzigen Klick, und in einem einzigen Paket gesammelt alles kaufen kann, was zu einem leichten Sieg über diese Bedrohung notwendig ist.


Die Vampirtötungs-Kit aus dem 19. Jahrhundert, die für diejenigen gemacht wurden, die von der US-Ostküste in die östliche Kurve der siebenbürgischen Karpaten reisten, können stetig auf eBay, und sogar beim renommierten Auktionshaus Sotheby’s gekauft werden, für etwa 10 bis 14.000 USD. Keine kleine Summe, aber die Wert des Lebens ist unschätzbar.



Der Inalt der Kits ist reich und vielfältig, vom Knoblauch, Weihwasser, heiligen Kerzen und Kruzifix zum Vertreiben der Vampire, zum Holzpfah und Dolch zur endgültigen Abrechnung, und es enthält sogar solche apokryphen, nicht in der Vampir-Literatur erwähnten Waffen, wie die Pistole mit silbernen Kugeln, die ursprünglich als Schutz gegen Werwölfe servierten. Der Rosenkranz spielt eine besonders wichtige Rolle, da sie in der Literatur vom Dracula-Roman selbst eingeführt wurde, und sein erster dokumentierte Einsatz ist zum Hotel König von Ungarn gebunden:

Kurz bevor ich wegging, kam die alte Dame zu mir aufs Zimmer und sagte in hysterischem Tone: »Müssen Sie denn hingehen, junger Herr? Müssen Sie denn wirklich gehen?« Sie war dermaßen erregt, dass sie das wenige Deutsch, das sie konnte,vergessen zu haben schien, denn sie mischte es mit Worten einer anderen Sprache, die ich absolut nicht verstand. Ich konnte ihr nur soweit folgen, um zu erkennen, dass sie Frage stellte. Als ich ihr aber sagte, dass ich gehen müsse und dass wichtige Geschäfte mich riefen, fragte sie wieder: »Wissen Sie denn, was heute für ein Tag ist?« Ich antwortete, es wäre der 4. mai. Sie schüttelte den Kopf und sagte wieder: »O ja, ich weiß, ich weiß; aberwissen Sie denn nicht, was für ein Tag heute ist?« Als ich verneinte, fuhr sie fort: »Es ist St. Georgsnacht; wissen Sie nicht, das, wenn die Uhr heute Mitternacht schlägt, alle bösen Dinge in der Welt freien Lauf haben? Wissen Sie wohin Sie gehen und zu wem Sie gehen?«

Sie war so verstört, dass ich den Versuch machte sie zu trösten, aber vergebens. Schließlich warf sie auf die Knie und flehte mich an, nicht zu gehen, wenigstens meine Abfahrt um einen oder zwei Tage zu verschieben. Es war zu lächerlich, das alles, aber dennoch fühlte ich mich unbehaglich. Auf alle Fälle hatte ich meinem Dienst nachzukommen und nichts durfte mich davon abhalten. Ich hob sie also auf, tocknete ihre Tränen und sie gab mir dann ein Kruzifix, das sie von ihrem Halse genommen. Ich wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte, denn als englischer Christ hatte ich gelernt, solche Dinge als mehr oder minder götzendienerisch anzusehen; ich brachte es aber auch nicht übers Herz, das Geschenk der alten Frau, die es so gut mit mir meinte und sich in einer solchen Erregung befand, zuróckzuweisen. Vermutlich sah sie mir diese Zweifel am Gesicht an, denn sie legte mir den Rosenkranz um den Hals und sagte: »Um Ihrer Mutter willen.« Dann ging sie aus dem Zimmer.



Seltsamerweise, sie beinhalten keinen Spiegel, der das sicherste Werkzeug zur Anerkennung der Vampire in Verkleidung ist.

Ich schlief nur wenige Stunden und erhob mich, als ich merkte, dass ich doch nicht weiterschlafen könne. Ich hatte meinen Rasierspiegel am Fenster befestigt, und begann mich zu rasieren. Plötzlich hörte ich des Grafen Stimme »Guten Morgen« sagen und fühlte, wie seine Hand sich auf meine Schulter legte. Ich stutzte, denn ich hatte ihn nicht kommen sehen, obgleich der Spiegel mir ermöglichte, das ganze Zimmer hinter mir zu übersehen. Dabei hatte ich mich leicht geschnitten, achtete aber im Augenblick nicht darauf. Nachdem ich den Gruß des Grafen erwidert hatte, sah ich nochmals in den Spiegel, ob ich mich nicht doch getäuscht hätte. Diesmal aber war jeder Irrtum ausgeschlossen: der Mann stand so dicht hinter mir, dass ich ihn über meine Schulter hinweg erblicken konnte. Aber der Spiegel zeigte kein Bild von ihm! Das ganze Zimmer hinter mir lag sichtbar da, aber außer mir war niemand darin zu sehen. Das war recht merkwürdig und eigentlich das Merkwürdigste, was ich bisher erlebt hatte. Ich empfand wieder ein grässliches Unbehagen, wie immer, wenn der Graf in meiner Nähe war; zugleich bemerkte ich, dass die kleine Verletzung blutete und dass das Blut über mein Kinn heruntersickerte. Ich legte das Rasiermesser weg und wandte mich um, mir ein blutstillendes Pflaster zu holen. Wie der Graf mein Gesicht sah, erglänzten seine Augen in dämonischem Feuer und er tat einen raschen Griff nach meiner Kehle. Ich fuhr zurück und dabei berührte seine Hand die Perlen meines Rosenkranzes. Das erzeugte einen raschen Wandel in ihm, seine Erregung legte sich so rasch, dass es schien, als sei sie gar nicht da gewesen. »Nehmen Sie in Acht«, sagte er, »dass Sie sich nicht schneiden; in diesem Lande ist es gefährlicher als Sie glauben.« Dann ergriff er meinen Toilettenspiegel und fuhr fort: »Und dieses verfluchte Ding ist schuld daran. Es ist ein schlechtes Spielzeug menschlicher Eitelkeit. Fort damit!« Er öffnete das große Fenster mit einem Ruck seiner schrecklichen Hand und warf den Spiegel hinaus, der tief unten auf dem Pflaster des Schlosshofes in tausend Scherben zersprang.


Ich frage mich, aus welchem Zeitraum diese Kits stammen. Die meisten von ihnen sind auf eBay aus den 1840er und 1850er Jahren datiert, aber wie ein Post des BS Historians schreibt, das ist absolut unmöglich. Das Blog MondoSkepto, von ihm zitiert und leider seitdem verschwunden, veröffentlichte eine detaillirte Analyse des Inhalts dieser Kits, und wies darauf hin, dass viele ihre Komponente nicht älter sein können als der Jahrhundertwende – das heißt, als das Vampirfieber, das die Veröffentlichung des Romans Dracula (1897) folgte. Natürlich wäre bei uns ein Kit aus jenen Jahren auch ein Museumsstück betrachtet, aber damals fühlten sie noch das Hinzufügen einiger zusätzlichen Jahrzehnten um seine Glaubwürdigkeit notwendig.


Und das Vampirfieber ist nicht gestorben. In 2005 hat ein gewisser Michael de Winter damit geprahlt, dass er hatte die Vampirtötenden Pseudokits in den 1970er Jahren erfunden, das genauso übertreibt ist, wie ihre Datierung aus dem 19. Jahrhundert, da ähnliche wurden offenbar schon in den 1950er  bereitet. Es ist plausibel jedoch, dass er die Typographie jenes Pseudofrontispizes ohne ein Buch gemacht hat, das seitdem die Zueignung einer Reihe von Kits an den nie bestehenden Professor Ernst Blomberg inspirierte. Und die Industrie, als es aus einigen Seiten offensichtlich oder vermutet wird, immer noch floriert.